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CD-Tipp

Franz Ferdinand – "Tonight..."

published: 27.01.2009

Franz Ferdinand – "Tonight: Franz Ferdinand"  (Domino/Indigo) Franz Ferdinand – "Tonight: Franz Ferdinand" (Domino/Indigo)

Franz Ferdinand - dass man bei diesem Namen an eine schottische Gitarren-Band denkt, ist seit 2004 nichts Ungewöhnliches. Damals nämlich debütierten vier junge Musiker mit ihrem ersten Album "Franz Ferdinand". Also, wer war doch gleich dieser österreich-ungarische Thronfolger?

Schon ein Jahr später kam die zweite Platte, jetzt dauerte die Pause drei Jahre, ehe der dritte Longplayer "Tonight: Franz Ferdinand" erschienen ist. Glaubt man den Aussagen der Britpop-Band um die beiden Sänger und Gitarristen Alex Kapranos und Nick McCarthy, so war die Pause bitter nötig. Mit frischer Kraft versammelten sich die Mitglieder in einem alten Haus und begannen, neuen Songs zu schreiben und auszuprobieren. Das Ergebnis kann sich hören lassen.

Zwölf Stücke bietet das Album, die fast alle mit dem Prädikat "wertvoll" ausgezeichnet werden können. Die Instrumente und der Gesang erscheinen insgesamt etwas zurückgenommen, was die Musik jedoch nicht dünner werden lässt. Stattdessen entwickeln die Lieder einen reiferen und solideren Klang. Den Schuss Independent liefern die meist quarkig-tönenden, verzerrten Gitarren und die manchmal wohl bewusst künstlich gehaltenen Synthie-Elektro-Häppchen.

Auch auf dem neuen Album singt Alex Kapranos voller Emotionen (Foto: Public Address)Auch auf dem neuen Album singt Alex Kapranos voller Emotionen (Foto: Public Address)

Schon das erste Stück, "Ulysses", gleichzeitig die Single-Auskopplung, könnte nicht besser sein: Britpop-Indie-Sound vom Feinsten. Es ist eine elektronisch unterlegte Gitarren-Bass-Kombination mit einem nicht zu hart herausstechenden Beat. Dazu gibt es konspirativ wirkenden Gesang und einen Ohrwurm-Refrain. Was will der Franz-Ferdinand-Fan mehr? Was-auch-immer, er kriegt es, denn schon im nächsten Lied, "Turn It On", kann er beispielsweise die Rückkehr des stumpfen Schlagzeugs feiern. Weitere Highlights sind noch "No You Girls" und "Twilight Omens", die durch die Elektro-Einfärbungen an die 80er erinnern.

Eine Überraschung bietet "Lucid Dreams". Ohne zu viel zu verraten: Nach ungefähr viereinhalb Minuten muss man sich wirklich fragen, ob der Band nicht kurzzeitig der Synthesizer zu Kopf gestiegen ist. Die beiden Abschluss-Tracks dämpfen leider das Gesamtbild. Das psychodelisch anmutende "Dream Again" und das akustische Gitarren-Ständchen "Kathrine Kiss Me" sind ruhige Songs, die nicht wirklich überzeugen und auf dem Album fehl am Platz wirken.

[Gregor Wessely]

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