CD-Tipp

Anna Ternheim - "Leaving On A Mayday"

published: 16.02.2009

Anna Ternheim - "Leaving On A Mayday"  (Universal Jazz) Anna Ternheim - "Leaving On A Mayday" (Universal Jazz)

Wenn eine Sängerin innerhalb von drei Jahren zwei komplette Alben inklusive Europatournee hinlegt, könnte man meinen, sie würde sich nun erstmal eine Pause gönnen. Die Schwedin Anna Ternheim jedoch sieht das anders. Nach ihrem Debütalbum "Somebody Outside" (2006) und dem Nachfolger "Separation Road" (2007) veröffentlicht sie nun ihren dritten Longplayer. Während die Fans in ihrer Heimat den neuartigen Klängen schon seit Dezember des vergangenen Jahres lauschen dürfen, erscheint "Leaving On A Mayday" bei uns erst jetzt.

Zusammen mit dem Produzenten Björn Yttling aus der Band Peter, Bjorn and John hat Anna Ternheim zehn melancholisch-leichte Songs aufgenommen. Durch die spartanische Instrumentation rücken ihre Stimme und Liedtexte mehr als zuvor in den Vordergrund. Mit zarter, aber klarer Singstimme erzählt sie in ihren Lieder kleine Geschichten, die nicht nur von der Liebe handeln. Untermalt wird der Gesang von Akustikgitarren, perkussiven Elementen und dem dosierten Einsatz von Streichern, Klavier und Hintergrundgesang.

Beim Opener "What Have I Done" möchte man noch mit dem Kopf den konstanten Schlag der Bassdrum mitnicken und vielleicht gar tanzen, ehe man beim nächsten Stück "Damaged Ones" lieber träumend dem Text zuhören will. "Losing You" kommt wegen des durchgängigen Schlagzeugs und der etwas volleren Arrangements recht poppig daher. Die traurige Ballade "Terrified" hingegen wirkt mit den dunklen Paukenschlägen und dramatischen Geigen geheimnisvoll.

Anna Alexandra Ternheim beschreibt ihr 40-minütiges Drittwerk im Gegensatz zum Vorgänger, den sie als "schweren, schwarzen Stein" bezeichnet, als "eine schmutzige, weiße Feder und dennoch schlicht". Die 30-Jährige hat sowohl die Texte als auch die Musik selbst geschrieben und bei zwei Liedern die Akustikgitarre im Studio eingespielt.

Mit "Leaving On A Mayday" ist ihr ein schönes Album gelungen, das - trotz gelegentlich vielleicht zu sparsamer Komposition - einen treuen Begleiter für einsame und dunkle Winterabende ausmacht. Nur schade, dass inzwischen schon der Frühling naht...

[Katharina Hamel]

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www.annaternheim.com

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