Lotte hat mit Pointer über ihre neue Single "Bleib nochn Tag" gesprochen (Foto: Kai Marks/Sony Music Entertainment Germany GmbH) Lotte hat mit Pointer über ihre neue Single "Bleib nochn Tag" gesprochen (Foto: Kai Marks/Sony Music Entertainment Germany GmbH)
Porträt

Lotte: Dankbar für Rotwein und Therapeutin

"Sommerlich, lebensfroh und hoffnungsvoll" – so beschreibt Lotte ihren neuen Song "Bleib nochn Tag" im Interview mit Pointer. Die Single ist ein leichtes Lied, ein "Sommergeschenk", wie Lotte es nennt. Nach ihren letzten Songs "Mehr davon" und "Home again" mit Joris, die beide letztes Jahr erschienen, bedeutet der neue Track einen Schritt hin zu ihrem neuen Album.
 


Mit "Bleib nochn Tag" probiert die Berlinerin etwas für sie Neues aus: Der Song ist eher funky und der Chorus ein Zitat aus dem Cystal-Waters-Hit "Gypsy Woman - (La Da Dee La Da Da)" aus den 90ern. Eigentlich kein typischer Lotte-Song, wie Lotte selbst im Interview sagt. "Ich finde, dass das gerade voll die tricky Zeit ist, und merke, dass viele Leute, auch in meinem Umfeld, mit mentaler Gesundheit zu kämpfen haben. Ich habe dann diesen Song geschrieben und gemerkt, dass er gar nicht zum Album passt. Dennoch wollte ich ihn veröffentlichen, weil Musik für mich wie ein Gefühls-Katalysator ist und dazu führen kann, dass ich mich besser fühle. So geht es mir und hoffentlich auch anderen mit diesem Song". Dankbar sei sie in dieser Zeit für Dinge wie Musik, Freunde und Familie, aber auch Rotwein und ihre Therapeutin - einfach für alles, "das einen safe hält", sagt sie.
 


Das neue Album ist noch nicht ganz fertig. Zwei Jahre schreibt sie bereits daran. Die Songs darauf sind teilweiser komplexer und dunkler. Thematisch dreht es sich um das, was sie geprägt hat und zu dem gemacht hat, was sie ist. Die Inspiration für ihre Musik holt sich die gebürtige Ravensburgerin laut eigener Aussage "in erster Linie aus dem Leben". Im Gegensatz zu ihrem zweiten Album "Glück", das elektronisch und poppig klang, fühlt sie sich inzwischen mehr zu organischen Klängen hingezogen.
 


Lottes Karriere begann an der Pop-Akademie Baden-Württemberg in Mannheim. Musik ist schon immer ein wesentlicher Teil ihres Lebens gewesen, doch eigentlich wollte die heute 24-Jährige Ärztin werden. "Ich habe ein gutes Abi gemacht und dachte, ich kann einfach Medizin machen." Aber die Musik ließ sie nicht los. Schließlich spielte sie an der Pop-Akademie vor und bekam vom einen auf den anderen Tag einen Plattenvertrag. 2017 erschien ihr Debütalbum "Querfeldein". Bekannt wurde sie auch mit ihrer 2019 erschienene Kollaboration "Auf das, was da noch kommt" mit Max Giesinger. Fröhlich und euphorisch, aber auch nachdenklich und melancholisch – Lottes Musik ist bunt gemischt. Was ihren musikalischen Stil angeht, ist sie noch immer auf der Suche: "Ich bin so früh und so unerwartet in die Musikbranche reingerutscht, weswegen ich mich immer noch suche, weiterentwickle und noch in der Verwandlung bin."
 


Ärztin werden will sie nicht mehr, auch wenn es, wie sie sagt, "manchmal Tage gibt, wo das Business einen abfuckt. Aber wenn man dann auf der Bühne oder im Studio steht, zieht es einen immer wieder zurück." Angehenden Musikerinnen und Musikern rät sie: "Man muss sich bewusst sein, dass man das wirklich will. Jeder, der den Job macht, weiß, dass er an die Psyche geht. Darum muss man sich kümmern, wie ein Sportler, der regelmäßig trainiert." Es sei wichtig, sich selbst treu zu bleiben, und Menschen an seiner Seite zu haben, denen man vertraue.
 


Wer Lotte live erleben will, darf sich freuen: Ihre Tour wurde zwar aufs nächste Jahr verschoben, aber Lotte spielt im Sommer etwa 20 Corona-konforme Festivals. Dafür probt sie schon. Es gibt verschiedene Set-ups für große und kleine Konzerte. Auf Lottes Liste als Konzertbesucherin nach der Pandemie stehen neben deutschen Künstlern wie Marteria und Casper übrigens auch Machine Gun Kelly, Youngblood und Miley Cyrus.
 


 


 

[PA]

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