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CD-Tipp

Bee Gees - "Number Ones"

published: 02.11.2004

Bee Gees (Foto: Public Address) Bee Gees (Foto: Public Address)

Als Maurice Gibb im Januar 2003 plötzlich starb, ließen seine Brüder Barry und Robin mitteilen, man werde unter dem Namen Bee Gees keine weiteren Platten veröffentlichen. Jetzt kommt doch noch eine in die Läden: Wie zuerst die Beatles und später Elvis erhält auch das Falsett-Trio von der Isle of Man nun eine Best-Of-Scheibe mit seinen Nummer-Eins-Hits: „Number Ones“ (Universal).

Bee Gees - Bee Gees - "Number Ones" (Universal)

Gut möglich, dass die CD der Gebrüder Gibb die der Fab Four und des King of Rock’n’Roll übertrifft: Denn die 19 Klassiker, die sich auf dem Best-Of-Album drängen, sind mehr als Melodien zum Mitsummen - diese Lieder sind längst Teil des kollektiven Kulturgedächtnisses. Diese Dauerbrenner kennt jeder und wenn nicht im Original, so zumindest als Coverversion: “How Deep Is Your Love” trällerte Robbie Williams zu Take-That-Zeiten und “Words” sagen Boyzone neu ein. B3 widmeten den Brüdern gar ein ganzes Album, auf dem sie sich unter anderem an „Tragedy“ und „Too Much Heaven“ vergriffen. „Staying Alive“ kennt man von N-Trance oder Wyclef Jean. „Jive Talkin’“ schmachtete sogar George Michael – wenn auch unter dem Pseudonym Boogie Box High.

Die ursprünglichen Fassungen bleiben unübertroffen. Mit Kopfstimme, symphonischen Arrangements, Harmonie-Gesang und ganz viel Hall haben sich die Drei unauslöschlich in die Geschichte der Popmusik eingeschrieben - nicht mit Revolutionärem und Ersttätertum wie Presley oder Lennon/McCartney, aber mit gekonntem Songwriting zwischen Disco, Pop und Ballade – und knapp weniger Kitsch als ABBA.
Auch wenn ihre Dancefloor-Stücke auf ewig mit breitkragigen Polyesterhemden und einem hüftschwingenden John Travolta verbunden sein werden, wissen sich die Bee Gees auch auf ganz anderem Parkett zu bewegen. So gibt es beispielsweise Country-beeinflusste Stücke zu entdecken. Aufhorchen lassen auch das urig-eigenwillige „I Started A Joke“ oder „Man In The Middle“, das dem verstorbenem Maurice gewidmet ist.

Natürlich haben die beiden Zwillinge Robin und Maurice und ihr älterer Bruder Barry der Musik mehr geschenkt als auf dem neuen Album vertreten ist. Viele große Hits fehlen, etwa „If I Can’t Have You“, „More Than A Woman“ oder „Nights On Broadway“. Die mögen zwar nicht Nummer Eins der damaligen Singlecharts gewesen sein, aber bestimmt haben Millionen von Teenagern der 70er zu ihnen zum ersten Mal geknutscht. Auch Robin Gibbs „Juliet“ und Barry Gibbs Duett mit Barbra Streisand fehlen leider. Dabei eroberte ihr Album „Guilty“, auf dem auch „Woman In Love“ zu finden war, doch souverän die Spitzenposition der US-Charts! Aber das zählt wohl nicht als Bee-Gees-Charttopper. Und das unvergessene „Heartbreaker“ – hatte das Trio ja gleich Dionne Warwick geschenkt – findet sich auf “Number Ones” auch nicht, ebenso wenig das für Diana Ross verfasste „Chain Reaction“.

Leider reicht diese CD nicht, um alle guten Songs der Bee Gees hörbereit in der Sammlung zu haben. Aber ein Anfang ist sie. Sicher gibt es bald auch wieder etwas Brandneues aus den Federn der Gibbs - wenn sich Barry und Robin auf einen neuen Namen geeinigt haben.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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http://www.beegeesonline.com

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