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Keith Urban im Interview

Mit dem Motorrad auf Tour

published: 20.05.2005

Keith Urban (Foto: Public Address) Keith Urban (Foto: Public Address)

In den USA ist er ein Superstar, verkaufte in Australien und Nordamerika mehr als fünf Millionen Alben. Jetzt rockt Keith Urban auch Europa - mit seinem Album "Days Go By", das am 23. Mai erscheint. Die CD ist eine Zusammenstellung der 15 besten Songs seiner letzten beiden Alben "Golden Road" und "Be Here".

Dass der 37-Jährige in Nashville wohnt, ist kein Zufall. Denn so eingängig seine Refrains und so einfühlsam seine Balladen, so eindeutig sitzen seine Wurzeln in der Country-Musik. Unikosmos sprach mit dem Sänger und Gitarristen über seine Kindheit auf dem Land, seine ersten Freundinnen, die Trennung von seiner Lebensgefährtin - und das, was einen guten Song ausmacht.

Du bist in Australien aufgewachsen. Was sind deine Erinnerungen an diese Zeit?
„Ich bin in einer Stadt aufgewachsen, bis ich zehn war. Dann zogen meine Eltern auf eine Farm, wo ich für sechs oder sieben Jahre lebte. Es war wunderbar.“

Keith Urban (Foto: Public Address)Keith Urban (Foto: Public Address)

Hattet ihr Tiere?
„Ja, wir waren Selbstversorger. Wir hatten Hühner, Kühe, einige Pferde und Truthähne.“

Dann kannst du also eine Kuh melken?
„Nicht sehr gut. Aber ich kann Eier sammeln und den Schweinestall ausmisten!“

Hattest du viele Freunde oder warst du eher ein Einzelgänger?
„Ich war eher der Typ Einzelgänger. Ich hasste es, mich anzupassen, besonders, wenn es nicht zu mir passte. Alle fingen an zu rauchen und ich probierte es auch. Aber ich mochte es nicht. Und ich mochte es nicht, mich komisch zu fühlen, weil ich nicht rauchte, wenn alle anderen um mich herum es taten. Gleichzeitig hasste ich Sport, und deshalb war das Ende vom Lied, dass ich meistens im Musikraum war und Klavier oder Gitarre gespielt habe und gerne allein war mit dem, was mir Spaß machte.“

Hattest du viele Freundinnen?
„Ich hatte immer eine Freundin. Ich mochte es nicht so gerne, Single zu sein. Als ich in der Musikklasse war, sind wir an unserer Schule aufgetreten. Ich war 13 und es war toll, in dem Alter Menschen zu sehen, die ausflippen, wenn du auf der Bühne stehst. Nach unseren Shows bekam ich ein paar Verabredungen. Das war nach kurzer Zeit wieder vorbei und dadurch lernte ich, dass das nichts Echtes gewesen war. Es war gut, diese Lektion zu lernen, und auch gut, sie so früh zu lernen. Ich wollte nicht noch einmal davon geblendet werden.“

Bist du im Moment in einer Beziehung?
„Leider nicht. Ich habe mich letztes Jahr im April von meiner Freundin getrennt. Das ist also ein Jahr her.“

Keith Urban (Foto: Public Address)Keith Urban (Foto: Public Address)

Wonach suchst du bei einer Frau?
„Es muss jemand sein, der mich ganz versteht. Es ist der Blick: Man trifft jemanden, der dir in die Augen sieht und versteht, was in dir drin ist. Wenn man dann durch Phasen geht, in denen man an sich zweifelt, dann kann eine solche Person dich wieder zurückholen auf deinen Weg. Ein solcher Mensch ist schwer zu finden. Manche wollen, dass du der Mann in ihrem Leben bist, aber sie wollen nicht wirklich dich. Sie denken, dass sie alle komischen und problematischen Dinge an dir ändern können.“

Würdest du gerne mal eine Familie haben?
„Ich hätte letztes Jahr beinahe ein Mädchen geheiratet, das zwei Söhne hat. Das war meine Freundin, von der ich gesprochen habe. Ja, ich würde sehr gerne eine Familie haben. Und ich würde gerne für sie da sein. Deshalb wäre es zurzeit nicht gut, weil ich so viel unterwegs bin. Damals dachte ich, ich wäre bereit zu heiraten. Als ich herausfand, dass ich es noch nicht war, war es für mich ein ebenso großer Schock wie für sie. Ich glaube, es wurde schon früh offensichtlich, wir wollten nur beide nicht damit umgehen.“

Du lebst also für deine Karriere?
„Ja, das kommt noch dazu. Es ist eine sehr egoistische Karriere, man investiert so viel Zeit. Besonders wenn man von Amerika nach Europa kommt, könnte man die ganze Zeit auf Tour verbringen. Es ist wichtig, eine Balance zu finden zwischen diesem und einem Leben weg von der Musik. Ich arbeite daran.“

Was machst du in deiner freien Zeit, um zu entspannen?
„Ich gehe gern ins Kino, besuche gern meine Freunde. Ich würde auch gerne nach Australien, meine Familie besuchen und einfach am Strand liegen. Ich fahre gerne Motorrad. In meinem Tourbus habe ich sogar drei Bikes dabei. In jeder Stadt packe ich sie aus und fahre herum. Es ist großartig, um abzuschalten und das Land zu sehen. Und um aufzutanken: Ich stöpsle meinen I-Pod ein, ziehe meinen Helm auf und weg bin ich.“

Keith Urban (Foto: Public Address)Keith Urban (Foto: Public Address)

Welche Musik hörst du dann?
„Ich stelle einfach den Zufallsmodus an und lasse es laufen."

Wie wichtig ist es für dich, gut auszusehen?
„Ich denke, dass es jedem Menschen wichtig ist, dass er gut aussieht. Natürlich arbeite ich besonders viel mit der visuellen Seite: Natürlich machen wir Videos und Fotoshootings und das ist auch gut. Aber ich wünschte mir, es wäre weniger wichtig, als es ist. Denn ich denke nicht gern darüber nach. Ich möchte lieber über das Spielen, Schreiben und über Aufnahmen im Studio nachdenken.“

Treibst du viel Sport?
„Ich habe unterwegs einen Trainer bei mir, um meinen Standard zu halten.“

Hast du auch einen Stylisten dabei?
„Nein, wie du vielleicht siehst. Auf Tournee mache ich das selbst. Aber ich habe einen Stylisten, den ich anrufen kann, wenn mir etwas gefällt: eine Jeans aus einer Zeitschrift oder der Stil oder jener. Aber ich gehe auch selbst gerne einkaufen.“

Du bist sehr trendy angezogen. Wie wichtig ist dir das?
„Ich mag alles, das gut an mir aussieht. Ich kümmere mich nicht sehr um Mode. Ich finde es toll, wenn Menschen ihren eigenen Stil haben und das heißt, die Jeans zu finden, die etwas ungewöhnlich ist. Das funktioniert zumindest bei Männern. Man kann erkennen, wer sich Gedanken macht. Ich mag zum Beispiel den Schnitt meiner Jeans, weil sie unten ein wenig weiter werden. Aber Dolce Gabbana zum Beispiel haben zurzeit sehr gerade Schnitte und das ist im Moment ‚in’, aber das steht mir nicht. Vielleicht sieht das besser an Menschen aus, die groß sind…“

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