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DVD-Tipp

"...The Story Of The Ramones“

published: 30.05.2005

„End Of The Century - The Story Of The Ramones“ (Foto: Warner) „End Of The Century - The Story Of The Ramones“ (Foto: Warner)

Die Revolution war kurz und sehr laut. Als die Ramones Mitte der 70er Jahre das erste Mal im legendären New Yorker Club CBGB auftraten, hatte die Musikwelt vier neue Helden.

Eigentlich handelte es sich bei den High-School-Kumpels aus Queens eher um Antihelden. Denn statt eines gut aussehenden Frontmanns präsentierten die Jungs einen käsigen, spindeldürren Schlacks namens Joey Ramone, der aus seiner letzen Band rausgeworfen wurde, weil er zu hässlich war. Und nun in simplen Drei-Minuten-Songs über Klebstoffschnüffeln und Außenseitertum sang.

Dass die Ramones trotzdem zu einer der einflussreichsten Bands der Musikgeschichte wurden, zeigen die Filmemacher Michael Gramaglia und Jim Fields in ihrer ausgezeichneten Dokumentation über die Gründungsväter des Punk-Rock. Neben The-Clash-Frontmann Joe Strummer kommen zahlreiche Rock-Veteranen zu Wort. Egal ob John Frusciante von den Chilli Peppers, Debbie Harry von Blondie oder Metallicas Kirk Hammett – alle machen klar: Ohne die vier Jungs aus Queens hätte es sehr viele erfolgreiche Rockbands so nicht gegeben.

Mit dem Film entstand nicht nur ein Beitrag über die vier Lederjacke tragenden Legenden sondern auch ein gelungenes Porträt über die frühe Punkszene um den legendären New Yorker Club CBGB. Der Film macht endlich Schluss mit der weit verbreiteten Legende, die besagt, dass Punk aus England kommt und von den Sex Pistols, The Damned und The Clash erfunden wurde. Denn bereits 1976 stellten die Ramones die Musikgeschichte mit ihrem Debüt auf den Kopf. So kompromisslos und direkt hatte noch keine Band Musikfans den Rock`n`Roll eingehämmert.

Die Dokumentation wäre wenig gelungen, würde sie nur Rocklexika zitieren, statt hinter die Kulissen der Legende zu schauen. Dort verbirgt sich Erstaunliches: Etwa der bis zum Tod von Joey Ramone anhaltende Konflikt zwischen ihm und dem konservativen Gitarristen Johnny, der heiß entbrannte, als Johnny ihm die Frau ausspannte. Überhaupt entpuppt sich Gitarrist Johnny Ramone als Kontroll-Freak, der den Erfolg der Band nicht dem Zufall überließ und verzweifelt versuchte, die Plattenverkäufe zu steigern.

Zum Glück weiß das Regisseurs-Duo auch Amüsantes zu berichten. Der Film zeigt Auszüge aus Dee Dee Ramones erstem Solo-Musikvideo, das aus dem Raubein einen der ersten weißen Rapper gemacht hat. Doch all das ist inzwischen Geschichte, da sowohl Dee Dee als auch Johnny und Joey inzwischen verstorben sind. Vermutlich werden sie sich im Punk-Himmel mit einem „Gagga Gagga Hey“ begrüßt haben.

[Jörg Römer]

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