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CD-Tipp

Norah Jones - "The Fall"

published: 01.12.2009

Norah Jones - "The Fall"  (Foto: Blue Note) Norah Jones - "The Fall" (Foto: Blue Note)

"Never change a winning team", dieses Motto beherzigen nicht nur Sportler, sondern oft auch Musiker. Wieso sollte man auch den Sound verändern, der bisher so gut funktionierte? Bei Norah Jones ist das ähnlich. Mit einem jazzigen Soft-Popsound und ihrer weichen, blueslastigen Stimme begeisterte Jones auf Anhieb die Kritiker. Ihr Debütalbum "Come Away with Me" brachte der damals 24-Jährigen acht Grammys ein. Mit den zwei nachfolgenden Platten blieb Jones ihrem Erfolgsrezept treu und festigte ihren Stand im Musikbusiness. Dafür musste sie sich allerdings immer häufiger dem Vorwurf stellen, langweilig zu sein.

Auf neuen musikalischen Wegen

Schon beim Blick auf das Cover von "The Fall" erahnt man, dass Norah Jones auf ihrer vierten Veröffentlichung neue Wege einschlägt. Für die Platte hat sie ihr komplettes Produzententeam ausgewechselt und spielt mit einer rundum neu besetzten Band. Die Sängerin klingt kantiger und etwas verrucht - man hat den Eindruck, sie möchte sich von ihrem braven, unscheinbaren Image verabschieden. Auf den ersten vier Stücken ist diese Veränderung am deutlichsten hörbar. "Chasing Pirates", die erste Single, beginnt gleich mit einem ungewohnt poppigen Synthesizer-Beat und das sonst so dominante Klavier ist sehr zurückgenommen. Obwohl der Gesang gewohnt weich und gefühlsbetont ist, klingt Norahs Stimme rauer und dunkler.

Hund statt Freund

"Chasing Pirates" ist ein Song, der dank eingängiger Melodie schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf geht. Auch auf den folgenden Stücken ersetzt oftmals die Gitarre das Klavier. Es herrscht ein stimmungsvoll-düsterer Grundton. Besonders schöne Beispiele dafür sind die Songs "Light As A Feather" und "Young Blood". Eines der ungewöhnlichsten Lieder des Albums ist "It's Gonna Be" - ein rauchiger Blues-Rock-Song, bei dem man jede Minute mit Tom Waits Reibeisenstimme rechnet. Textlich war wohl die Trennung von Langzeit-Freund Lee Alexander die Hauptinspiration. Mit einem Augenzwinkern verarbeitet sie diese auch in dem verspielten "Man Of The Hour", in dem die Sängerin einem Hund gegenüber ihrem Freund den Vorzug gibt.

Auf "The Fall" zeigt Norah Jones eine neue Facette, die bislang nur in Kooperationen mit anderen Musikern, wie zum Beispiel Keith Richards oder Mike Patton, zutage trat. Fans müssen allerdings nicht beunruhigt sein, denn Jazz und Pop sind immer noch die Grundlage ihrer Musik. Indem sie andere stilistische Einflüsse in ihre Songs integriert, erweitert sie ihren musikalischen Horizont und wird dadurch so abwechselungsreich und interessant wie nie. "The Fall" ist ein sehr gelungenes Album und definitiv eine lohnenswerte Investition.

[Svenja Mertens]

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Links

www.norahjones.com

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