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CD-Tipp

Roisin Murphy - "Ruby Blue"

published: 09.06.2005

Roisin Murphy - "Ruby Blue"  (Foto: Echo/Pias) Roisin Murphy - "Ruby Blue" (Foto: Echo/Pias)

Eine Bar über den Dächern einer amerikanischen Großstadt, vielleicht New York City. Lichter draußen, gedämpftes Rotlicht drinnen. Schöne Menschen in teurer Kleidung lassen einen Tag bei einem Glas Rotwein ausklingen. Auf der Bühne steht eine Sängerin in einem langen Abendkleid am Mikrofon. Neben ihr ein Trompeter, ein gut aussehender Drummer, ein Bassist und vielleicht noch jemand an Cello und Piano.

Das Leben kann so schön sein, denken wir uns. Selbst wenn wir nicht über den Dächern New Yorks an einem guten Tropfen nippen. Es ist schön, weil wir von solchen Bildern träumen können. Und dabei hilft uns die Stimme Roisin Murphys, festgehalten auf ihrer Solo-Platte "Ruby Blue". Nach wie vor faszinieren ihre Vocals, die ein bisschen nach India Arie, Erykah Badou und den Andrew Sisters klingen und dabei so chamäleonartig von Song zu Song, von Strophe zu Refrain variieren, dass man merkt, wie einzigartig die Stimme von Roisin Murphys eigentlich ist, die schon als Frontfrau von Moloko begeisterte.

Mit dem Produzenten Mathew Herbert (er remixte "Bring It Back") hat sie so viele Bilder, Reisen und Träume eingefangen, dass Pop als Bezeichnung des Ergebnisses einfach nicht passt. Es gibt sphärische Melodien durch Klänge ungewöhnlicher Instrumente wie der Sitar im Opener "Leaving The City", den Bläsern und Bongos in "Dear Diary". Funky ist die erste Single "If We Are In Love", gefolgt von dem eigenwilligen "Ramalama", das aus einem Musical von Andrew Lloyd Webber stammen könnte. Danach kommt der mitreißende Titelsong "Ruby Blue", in dem Roisin jazzt und groovt, begleitet von einer E-Gitarre, die so meisterhaft in den Song eingearbeitet ist, dass man Roisin kaum Glauben schenken mag, wenn sie sagt: "Ich hatte wirklich keine Ahnung, was ich da tat." Wenn dem so ist, dann sollte sie weiterhin ahnungslos Musik machen, denn selbst wenn "Ruby Blue" nur ein Versuch gewesen sein sollte, so ist dieses Experiment zumindest geglückt.

[Shila Behjat]

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