Joana Zimmer im Interview

"Ich will, dass es cool aussieht"

published: 10.06.2005

Joana Zimmer (Foto: Public Address) Joana Zimmer (Foto: Public Address)

Dass sie blind ist, hat Joana Zimmer nicht davon abgehalten, ihren Traum zu verwirklichen und Sängerin zu werden. Wieso auch? Ihre Hitsingle "I Believe" macht klar, dass sie angetreten ist, um ein Star zu werden. Auch das Album "My Innermost", auf dem sie Songs von Burt Bacharach, Gary Barlow und Nik Kershaw interpretiert, stieg hoch in die Charts ein.

Im Unikosmos-Interview verrät sie uns, wie sie sich in einer "visualisierten Welt" fühlt, wie sie mit dem Erfolg umgeht und auf was sie bei Männern Wert legt.

Wenn du einen Menschen zum ersten Mal triffst, auf was achtest du da?
"Den Händedruck. Ich merke, ob mich jemand anschaut, wenn er mich begrüßt, oder ob er nur nebenbei Hallo sagt. Das ist für mich bezeichnend für einen Charakter. Natürlich begegne ich jetzt sehr vielen Menschen und mag mir auch nicht immer sofort ein Urteil bilden. Wenn es mich dann mehr interessiert, wie jemand ist, dann ist Ausstrahlung wichtig, die man bei allen Menschen immer ein bisschen wirken lassen muss. Dann geht es darum, wie jemand spricht."

 (Foto: Public Address)(Foto: Public Address)

Du bist wegen eines Foto-Shootings in Hamburg. Wie ist das für dich?
"Foto-Shootings sind immer ganz spannend, auch wenn ich hinterher nicht anschauen kann, wie das Foto aussieht. Es ist hilfreich für mich, wenn ich mit guten Fotografen und Kameraleuten arbeite, die mir genau sagen, was ich machen soll, und die mir Impulse geben, in welche Richtung ich mich bewegen soll, welche Haltung ich einnehmen soll. Ich mache das sehr gerne und habe immer viele Bilder im Kopf. Ich kann mir vieles vorstellen."

Fotos, Videos, Fernsehen. Wie empfindest du es, dass die Optik im Musikgeschäft so wichtig genommen wird?
"Das finde ich völlig normal. Wir leben in einer visualisierten Welt. Ich habe eine gute Vorstellung von den Dingen, die ich tue, und möchte, dass es cool aussieht. Wenn wir eine Show machen, soll es nicht nur etwas zum Hören geben, sondern auch etwas für die Augen. Deswegen arbeite ich auch mit Detlev Dee Sost zusammen, dem Choreographen, der ein sehr guter Mensch und Lehrer ist."

Wie sieht deine Beziehung zu deinen blinden Fans aus?
"Ich weiß nicht, wie viele blinde Fans ich habe, ich kann mir aber vorstellen, dass es einige gibt, denen mein Erfolg besonders viel Kraft gibt. Ich bekomme von ganz, ganz vielen Fanpost. Einmal hat mir ein Mädchen geschrieben, dass erblindet ist - anders als ich, ich bin von Geburt an blind. Sie war sehr verzweifelt und wollte sich das Leben nehmen. Als sie dann meine Single ‚I Believe’ gehört hat, hat ihr das die Kraft gegeben weiterzumachen. Das hat mich besonders berührt. Wenn meine Musik für irgendetwas gut ist, dann dafür.“

Was machst du in deiner Freizeit?
"So ich noch welche habe, schätze ich meine Freizeit sehr. Ich liebe es, meine Freunde zu sehen, die ich ‚on the road’ immer sehr vermisse. Das ist ein sehr wichtiger Teil von mir, der mich sicherlich auch am Boden hält. Außerdem liebe ich es, Sport zu machen: Schwimmen, Power-Yoga, Laufen. Und ich lese sehr, sehr gerne, jetzt gerade ‚Witwe für ein Jahr’ von John Irving."

Wie sieht es bei dir mit der Liebe aus?

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