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Kevin Costner im Interview

"Eigentlich weiß ich nicht, was ich tue"

published: 23.03.2010

Kevin Costner zeigte vor Konzertbeginn Ausschnitte aus seinen erfolgreichsten Filmen  (Foto: Public Address) Kevin Costner zeigte vor Konzertbeginn Ausschnitte aus seinen erfolgreichsten Filmen (Foto: Public Address)

Auf der Kino-Leinwand gehört Kevin Costner sicher zu den größten Filmhelden der vergangenen Jahrzehnte. Egal, ob als feinfühliger Cowboy in seinem großen Western-Epos "Der mit dem Wolf tanzt" oder als sensibler Beschützer an der Seite von Whitney Houston in "Bodyguard": Stets wusste der zweifache Oscar-Gewinner ein Millionenpublikum zu begeistern und eroberte dabei vor allem die Herzen der weiblichen Fans. Nun will der 55-Jährige auch mit seiner Musik die Bühnen erobern. Mit seiner Band Modern West tourt der Western-Narr als "Kevin Costner and Modern West" noch bis Ende März durch Deutschland. Das dazugehörige Album "Turn It On" ist bereits erschienen.

Ihre Band heißt Modern West. Ist das eine Referenz an Ihre Filme?
Kevin Costner: "Das Schlimmste für mich war, sich einen Namen für die Band auszudenken. Ich habe das gehasst. Schließlich wusste ich am Anfang nicht mal, wo mich diese Musikgeschichte hinführen wird. Durch Deutschland zu touren, war nicht der Plan. Meine Frau hat mich ermutigt, sie mag meine Musik. Ich habe davor bei den Dreharbeiten immer gespielt, mit den Filmleuten. So hat das angefangen. Das ist so, als wenn Ihnen Ihre Frau Sachen zum Anziehen herauslegt und jemand Ihnen plötzlich ein Kompliment macht. Dann sagt man sich: 'Hey, meine Frau hat mit den Klamotten Recht gehabt. Vielleicht sollte ich auf sie hören.' Ich wollte nicht, das 'Kevin Costner' im Bandnamen auftaucht. Aber die Band hat sich da durchgesetzt. Für mich ist das so, als wenn man 18 Jahre alt ist und sich über seinen eigenen Namen lustig macht. Schrecklich."

Kevin Costner live in Concert (14 Bilder)

Kevin Costner live in Concert
Kevin Costner live in Concert
Kevin Costner live in Concert
Kevin Costner live in Concert


Dann müssen wir Ihrer Frau für Ihre Musik danken?
"Ja, ich muss meiner Frau danken. Das ist eines der ungewöhnlichen Dinge, die in einer Beziehung passieren können. Ich bin Christine wirklich dankbar, dass sie mich dazu ermutigt und angetrieben hat."

Stimmt es, dass Ihre Frau Christine aus Hamburg kommt?
"Nein. Ich habe das nie behauptet. Wir haben beide deutsche Vorfahren. Aber meine haben Deutschland im 16. Jahrhundert verlassen und sind ausgewandert. Meine Frau Christine Baumgartner ist ein Surfer-Girl aus Kalifornien, auch wenn sie aussieht wie der Prototyp einer Deutschen."

Haben Sie noch etwas von Ihren deutschen Vorfahren in sich?
"Ich wollte hier auf jeden Fall spielen. Ich hatte aber keine Illusionen, dass unsere Musik hier besonders gemocht wird. Aber die Musik gefällt sicher Leuten, die Live-Musik mögen. Ich spiele gerne live, auch wenn man dort leicht kritisiert werden kann. Das Album wollte aber vor allem die Band unbedingt machen, ich nicht. Mit einem Album macht man sich angreifbar. Bei einem Konzert können einen nur die Leute beurteilen, die bei dem Konzert waren. Dieser Beziehung traue ich mehr."

Was ist der Unterschied zwischen dem Film-Business und Ihrer Musik?
"Viele Leute denken, dass sie mich aus den Medien und Filmen kennen. Meine Frau sagt, dass sich diese Leute nicht irren. Aber sie sagt auch, dass ich am Natürlichsten und am Glücklichsten bin, wenn ich auf der Bühne stehe und meine Musik spiele, weil ich dort keine Figur darstelle."

Haben Sie einen Lieblingssong?
"Okay, da gibt es viele. Es gab ja natürlich Mozart und Beethoven. Ich mag ´Unchained Melody` in der Version von Willie Nelson. Ich mag auch `Suspicious Minds´von Elvis oder ´Tears In Heaven´ von Eric Clapton. Aber das ist schwer. Das ist so, als müsste man sich zwischen seinen Kindern entscheiden. Ich bin ja mit Motown aufgewachsen. Das war ein großer Einfluss, auch wenn sich meine Songs nicht so anhören."

Warum haben Sie Ihre Tour in Deutschland gestartet?
"Wir waren im Oktober hier und wurden gefragt, ob wir wiederkommen wollten. Und im Februar war ein Film geplant, der hieß `Learning Italian´ und sollte in Italien gedreht werden. Also bin ich wiedergekommen, als die Promotion für den Film vorbei war."

Dann sind Sie ja oft in Deutschland. Was mögen Sie hier?

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