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CD-Tipp

Juli – "In Love"

published: 06.09.2010

Juli - "In Love"  (Universal Music) Juli - "In Love" (Universal Music)

Vor sechs Jahren, als die "Perfekte Welle" durch Deutschland schwappte, sahen Juli eine sonnige Zukunft vor sich. Und wirklich: Der rasante Radiohit war nur der Auftakt, ein ganzes Album voller stimmiger Popsongs mit Ohrwurmcharakter, clever und einfühlsam getextet, folgte und katapultierte die Band auf den Sitz des wichtigsten Players in der deutschsprachigen Musikszene.

Dann kamen die Arroganz und die Selbstüberschätzung und ein belangloser zweiter Longplayer, den wenige kauften. Und es kamen Silbermond, die Band aus Bautzen, die keine kreative Schaffenspause zu benötigen schien und eine Hitsingle nach der anderen in die Charts schickte. Silbermond übernahmen den Deutschpop-Thron. Die Indie-Intellektuellen wanderten zu Wir Sind Helden ab. Juli standen plötzlich im Schatten.


"Elektrisches Gefühl"

Lange Zeit sah es düster aus. Jetzt taucht das Quintett aus Gießen nach Jahren in der Versenkung mit seiner dritten CD wieder auf. Die inzwischen 31-jährige Sängerin Eva Briegel und die vier Mit-Musiker feiern in der Vorab-Single ein "Elektrisches Gefühl". Der gelungene Song über prickelnde Aufregung ist mit quietschigen 80er-Jahren-Fitzeln dekoriert. Diese Klasse hält die originelle Ballade "Ich bin in Love (Paris)". Im melodiösen "Du lügst so schön" geht es romantisch weiter. Das Hightlight ist "Jessica", ein Monolog, den Eva einem namenlosen Produzenten in den Mund legt und mit Anspielungen auf die Karriere ihrer eigenen Gruppe spickt. Der Song malt dank dieser ungewöhnlichen Technik ein interessantes Bild des Musikgeschäfts.

Eigene Nische?

Ob Juli mit dieser Platte dauerhaft eine eigene Nische definieren, bleibt zu bezweifeln. "Die Sterne fallen" klingt wie Nena, "Mit verbundenen Augen" erinnert an Christina Stürmer und "Maschinen" macht auf Wir Sind Helden, obwohl es weitaus direkter und simpler strukturiert ist als deren thematisch ähnlich gelagertes Stück "Rüssel an Schwanz". Und ausgerechnet der Opener "Immer wenn es dunkel wird" klingt einfach furchtbar banal.

Es wäre trotz kleinerer Schwächen zu wünschen, dass Juli ein kommerzielles Comeback schaffen. Mit kaum besseren Hooklines und weitaus schlechteren Texten haben Revolverheld oder Ich+Ich schließlich längst ein festes Publikum gefunden. Bestimmt sind sich Juli des großen Drucks bewusst, der auf ihnen lastet. Vielleicht erreichen sie deshalb auf "In Love" so selten das Feeling von Unbeschwertheit aus "Elektrisches Gefühl".

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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