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Ulita Knaus im Porträt

Trommeln für deutschsprachigen Pop-Jazz

published: 27.09.2010

Ulita Knaus mag Miles Davis, Mozart und Fettes Brot (Foto: Public Address) Ulita Knaus mag Miles Davis, Mozart und Fettes Brot (Foto: Public Address)

Wenn ihre Stimme tiefer wäre, würde sie sicherlich noch häufiger mit US-Star Diana Krall verglichen. Die deutsche Jazz-Sängerin Ulita Knaus, ebenfalls hübsch, blond und hoch begabt, nimmt mit ihren pointierten Interpretationen jetzt Kurs auf den Pop-Markt. Die Musikerin, die sechs Jahre Jazz-Gesang in Hilversum, Holland, studierte, hat ihre erste deutschsprachige Single veröffentlicht: "Bester Lover". "Es ist eine Geschichte von einer Frau, die morgens ihre Freundin anruft und ihr erzählt, was für eine tolle Nacht sie hatte - mit dem 'besten Lover der Stadt', wie sie findet. Im Laufe des Gesprächs stellt sich dann heraus, dass ihr Liebhaber jetzt bei ihrer Freundin im Bett liegt", fasst Knaus zusammen. "Tragisch, aber auch sehr lustig, wie ich finde", fügt sie schmunzelnd hinzu.

Ihr Album "Tambor" kommt am 24. September auf den Markt. "'Tambor' ist ein sehr schönes spanisches Wort und bedeutet 'Trommel'", erklärt die Wahl-Hamburgerin. "Es trifft das Thema dieser Platte auf den Punkt. Auf dem Album herrschen Perkussionsinstrumente vor und alles ist sehr rhythmisch angelegt. Verschiedene Trommeln ziehen sich durch die Platte wie ein roter Faden. Ich wollte Musik machen, die zum Tanzen einlädt und bewegt." Der Latin-Einfluss des Albums geht auf ihre Familiengeschichte zurück, da ihre Mutter in Venezuela aufwuchs. "Ich bin zwar nicht zweisprachig erzogen worden, aber meine Mutter hat viel venezolanisch Folklore gehört. Die Musik und die spanische Sprache sind für mich also sehr natürlich. Ich habe sie schon immer geliebt."

Die 40-Jährige hat ihr Album wegen der Percussion- und Latin-Elemente "Tambor" genannt (Foto: Public Address)Die 40-Jährige hat ihr Album wegen der Percussion- und Latin-Elemente "Tambor" genannt (Foto: Public Address)

Jetzt ist Ulita Knaus auf demselben Label wie Annett Louisan und Ina Müller unter Vertrag und teilt sich mit Roger Cicero den Produzenten Frank Ramond. Was macht denn ihr eigenes Profil aus? "Ich komme zum einen aus einer anderen Musikrichtung, nämlich vom Jazz, wobei ich immer auch Weltmusik- und Soulpop-Einflüsse hatte. Und zum anderen habe ich immer meine eigene Musik geschrieben und das hebt mich von den anderen ab", sagt die 40-Jährige, die vorher vier eigene Platten herausgebracht hat. "Dies ist für mich das erste Mal, mit jemandem im Team zu arbeiten." Dabei verlief die Zusammenarbeit mit dem Texter und Produzenten Frank Ramond besser, als sie dachte. "Ich war erst sehr vorsichtig, aber die Chemie hat sofort gestimmt. Er konnte sich unglaublich gut in meine Gefühlswelt hineindenken und ich finde, er hat ganz wunderbare Texte geschrieben. Wenn ich sie singe, habe ich das Gefühl, sie wären von mir." Zwei Stücke inspirierte Knaus' dreieinhalbjähriger Sohn Jarle, darunter das treffend betitelte "Warum". Der Song nimmt die kindliche Fragerei, die Eltern bekanntlich in die Verzweiflung treiben kann, auf die Schippe.

Ulita Knaus - "Bester Lover"



Privat hört die berufstätige Mutter gerne Jazzlegenden wie Miles Davis, Coltrane, Ella Fitzgerald oder Nancy Wilson – eines ihrer größten Vorbilder. "Ich habe außerdem gerade wieder Mozart für mich entdeckt, aber ich finde auch James Brown oder Erykah Badu sehr inspirierend." Selbst mit Lady GaGa kann sie etwas anfangen. "Ihr Konzept bewundere ich sehr. Bei ihr geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um das Äußere und die Videos – das ist alles unfassbar und unglaublich beeindruckend. Es ist einfach gut gemacht!" Und schon länger hegt sie den Wunsch, mal ein Projekt mit Musikern aus dem HipHop-Bereich zu realisieren. "Die Fanta Vier, Peter Fox und Fettes Brot finde ich toll. Was sie machen, ist sprachlich sehr ausgefeilt und niveauvoll."

Tourdaten:

20.10.2010 Berlin/Postbahnhof
21.10.2010 Hamburg/Fabrik
25.10.2010 München/Ampere
27.10.2010 Köln/Stadtgarten

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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