CD-Tipp

The Drapers - "Swing For a New Generation"

published: 12.10.2010

The Drapers - "We No Speak Americano" (Polystar)The Drapers - "We No Speak Americano" (Polystar)

Der Nummer-eins-Hit "We No Speak Americano" von Yolando Be Cool & DCup hat Appetit gemacht auf nostalgische Neu-Interpretationen cooler Klassiker. Mit "Swing For a New Generation" gibt es von The Drapers jetzt ein ganzes Album solcher knackiger Ohrwürmer.

Yolanda Be Cool und die deutsche Band The Drapers sollen in Vorbereitung auf einen TV-Auftritt aufeinander getroffen sein und prompt ihre gemeinsamen musikalischen Vorlieben entdeckt haben, heißt es in der Infobroschüre der Plattenfirma. Mit einer selbst eingespielten Fassung verleihen The Drapers "We No Speak Americano" jetzt ihre eigene ironische Retro-Note. Im Gegenzug gibt es die Hit-Version von Yolando als Bonustrack auf ihrem Longplayer.

Auf "Swing For a New Generation" covern The Drapers ihre Lieblingssongs des 20. Jahrhunderts. Dabei wollen sie die einnehmenden Melodien und den rebellischen Geist der Klassiker mit aktueller Spielfreude und Dance-Appeal verbinden. Die swingenden 30er hört man ebenso heraus wie die Clubs von heute. Mit ähnlichen Konzepten verdienten sich Acts wie The BossHoss oder Dick Brave schon eine goldene Nase. Das Sextett setzt im Gegensatz zu den Vorgenannten verstärkt auf Samples und verbreiten so eher ein Feeling von Max Raabe auf Ecstasy, im Remix von Frank Popp.

Reise durchs 20. Jahrhundert

Das Repertoire kennt kein Limit: Es gibt ein Wiederhören mit alten Perlen wie "Bei mir bist du schön", Duke Ellingtons "Diga Diga Doo" und Irving Berlins "Puttin' On The Ritz" – jetzt allerdings quasi im durchgängigen Stampf-Rhythmus. Zudem werden so disparate Titel wie die Leiber&Stoller-Nummer "Yakety Yak", Vaya con Dios' "Nah Neh Nah" oder das Sixties-Stück "The Beat Goes On", einst berühmt gemacht von Sonny & Cher, durch den postmodernen Sound-Wolf gedreht und kommen als akustischer Einheitsbrei heraus.

So verführerisch, mitreißend und unwiderstehlich die Arrangements und der Beat am Anfang klingen, so schmerzlich drücken sie am Ende auf die Nerven der Hörer. Dieses Album erinnert an den Aperitif-Cocktail Americano: zu Anfang lecker und belebend, doch als Dauergetränk ungeeignet.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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http://www.thedrapers.cc

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