CD-Tipp

Bryan Ferry - "Olympia"

published: 27.10.2010

Bryan Ferry – "Olympia"  (Foto: Virgin) Bryan Ferry – "Olympia" (Foto: Virgin)

Während sich die Punks in den 70ern Löcher in die Hosen schnitten, ließ sich der elegante Roxy-Musik-Frontmann Bryan Ferry ein Paar neue schneidern. Auf Maß, versteht sich. Ähnlich wie eine Maß-Anzug klingt auch sein neues Album: elegant und knitterfrei.

Dabei wirkt "Olympia" wie die Rückkehr in alte Zeiten. Nicht nur, dass Bryan Ferry erstmals nach Jahrzehnten alte Roxy-Music-Recken wie Phil Manzanera, Brian Eno und Andrew Mackay wieder ins Studio bringen konnte. Auch das Cover-Artwork, von jeher eine Spezialität des notorischen Anzugtägers, erinnert von der Ästhetik an legendäre Roxy-Musik-Platten wie "Siren" mit Jerry Hall als Cover-Girl oder "For Your Pleasure" mit Amanda Lear: Für "Olympia" lies der Gentleman des Pop Stilikone Kate Moss ablichten. Tatsächlich waren die zehn neuen Song zwischenzeitlich als neues Roxy-Music-Album geplant. Doch dann veröffentlichte der 65-jährige Brite doch lieber unter eigener Regie. Getragen von seiner samtweichen Stimme orientiert sich der Bergarbeitersohn nach seiner Dylan-Hommage nun wieder an dem, was er am besten kann: edle, geschniegelte, stets leicht unterkühlte Popsongs.

Mit Flea und Groove Aramda ins Studio

Dazu trägt gleich eine ganze Armada von hochkarätigen Studiogästen bei: Disco-König Nile Rodgers von Chic, Flea von den Chili Peppers, Dave Stewart von den Eurythmics, Groove Aramda, David Gilmour von Pink Floyd und Funk-Basser Marcus Miller, der schon für Miles Davis schrieb, kamen alle auf Zuruf des Meisters.

OLYMPIA PHOTOSHOOT - KATE MOSS Music: BF BASS (Ode To Olympia) - West end wolf remix http://itunes.apple.com/gb/album/olympia-remixes/id482334152 OLYMPIA PHOTOSHOOT - KATE MOSS

"Olympia" Photoshoot mit Kate Moss



Herausragend: "Reason Or Rhyme", eine warme, dahin plätschernde Ballade, oder "You Can Dance", das auch problemlos im Club funktionieren dürfte. Alles in allem ein solides, homogenes Album, das trotz modernem Sound nahtlos an die Roxy-Music-Spätwerke aus den Endsiebzigern und frühen Achtzigern anknüpft.

Übrigens hatte Ferry seinerzeit sowohl mit Amanda Lear als auch mit Jerry Hall, die ihm später Mick Jagger ausspannte, eine Beziehungen. Möglicherweise ist Moss - ohnehin derzeit liiert - mit 36 aber schlicht zu alt für den ewig jungen Pop-Dandy.

[Jörg Römer]

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www.bryanferry.com

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