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CD-Tipp

Michael Jackson – "Michael"

published: 21.12.2010

Michael Jackson - "Michael"  (Sony) Michael Jackson - "Michael" (Sony)

Dies ist das lang erwartete "neue" Album des am 25. Juni 2009 verstorbenen Megastars - die Platte, mit der Michael Jackson sein Comeback einläuten wollte. Es handelt sich also weder um eine weitere Greatest-Hits-Sammlung noch um eine Zusammenstellung von "im Keller gefundenen Raritäten". Die mit viel Talent, Zeit und Geld aufgenommene CD mit zehn Stücken verdient ein genaues Hinhören.


Dass MJ immer noch gern mit "Dangerous"-Produzent Teddy Riley arbeitete und nicht beispielsweise längst zu Timbaland übergelaufen war, ist schade, aber schließlich die Entscheidung des Meisters gewesen. Entsprechend altmodisch erklingen allerdings "Hollywood Tonight", "Monster" und "Breaking News" im "New Jack Swing"-Sound der Neunziger. Die Genialität der Tracks, die Michael Ende der 70er und zu Beginn der 80er zusammen mit Quincy Jones an den Reglern aufnahm, bleibt unerreicht. Immerhin hat der Song "Monster", der das auch von Lady Gaga bekannt gemachte Bild von Berühmtheit als einem Ungeheuer bemüht, Energie getankt und der Rap von 50 Cent bringt etwas Frische hinein.

Highlight "Behind The Mask"

Michael Jackson starb am 25. Juni 2009 (Foto: Public Address)Michael Jackson starb am 25. Juni 2009 (Foto: Public Address)

Als Vorab-Single ausgesucht wurde "Hold My Hand", das äußerst einfache und eingängige Duett mit HipHopper Akon. Zum Glück fiel die Wahl nicht auf das in Selbstmitleid schwelgende "Breaking News", das arrangement- und produktionstechnisch jedoch angenehm nach vorne los geht. Eine gute Entscheidung wäre auch "(I Can't Make It) Another Day" gewesen. Der Song stammt aus der Feder von Lenny Kravitz und dessen E-Gitarre saust im Song herum wie einst die von Steve Stevens bei "Dirty Diana" oder die von Eddie Van Halen zu Zeiten von "Beat It". Das Highlight des Longplayers ist jedoch das Uptempo-Lied "Behind The Mask", das einen Sample des gleichnamigen Stücks des Yellow Magic Orchestra enthält.

Trauriges "Much Too Soon"

Typisch süßliche R'n'-B-Balladen sind mit "Best Of Joy" und "Keep Your Head Up" ebenfalls enthalten. Erstere leidet etwas darunter, dass der oft "King of Pop" genannte Musiker sie nicht noch einmal einsingen konnte, denn dabei wäre sicherlich eine stärkere stimmliche Performance herausgekommen - so klingen die Vocals etwas dünn. Letztere hätte den Fans live eine wunderbare Gelegenheit geboten, die Feuerzeuge hochzuhalten oder mit den Fingern zu schnippen. Als trauriger Abschluss fungiert "Much Too Soon", ein berührend simpler Songs, den der frühere Kinderstar ganz alleine geschrieben hat. Nach seinem frühen Tod erhält der Titel eine vom Liebes-Thema des Textes verschiedene, endgültigere Bedeutung.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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www.michaeljackson.com

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