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DVD-Tipp

Söhne Mannheims - "Power Of The Sound"

published: 09.08.2005

Söhne Mannheims - Söhne Mannheims - "Power Of The Sound" (Foto: Universal)

Wo Rhein und Neckar zusammenfließen, liegt Mannheim. Ihre Mannen heimgeholt hat die Stadt für ein Konzert der "Can You Feel It"-Tour in der Maimarkthalle, das jetzt als Doppel-DVD veröffentlicht wird. Für Fans ein Fest. Aber was ist mit denen, die sich von den Mannheimern eher heimgesucht fühlen?

Das Irritierende vorweg: Xavier trägt während des Konzertes ein schwarz-rot-gelbes Schweißband. Zum Glück steht der Frontmann der Mannheimer nun nicht in dem Verdacht, auf der gleichen „Welle“ des Stumpfsinns zu surfen wie Fler und Konsorten vom Label Aggro Berlin. Trotzdem ist offensichtlich, wie die Uniformierung der Musiker und des Publikums (alle tragen Rot) die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gegenüber dem Individuellen betont. Das macht skeptisch.

Bei den Söhnen soll dieses Auffangen des Einzelnen in der Masse vor allem Trost und Geborgenheit spenden. Wie Propheten verkünden sie diese „Unity“-Stimmung, wollen vom Publikum wissen: „Can You Feel It?“ Die Gruppe um Xavier ist kein starres Gebilde, keine gewalttätige Streetgang, die auf Ausgrenzung und verherrlichte Männlichkeit setzt. Die Söhne haben zwar noch immer keine Töchter neben sich, präsentieren sich jedoch als empfindsam und seelenvoll und als Einzeltypen, die unterschiedlich geprägt sind, verschiedener Herkunft sind und eben andere Sachen machen als der Typ neben ihnen. Jeder trägt einen Teil zur Gemeinschaft, zum Gesamtwerk bei.

Angenehm abwechslungsreich gerät dadurch die Show, die mal Rap-orientiert, mal unplugged, mal verhalten, mal bombastisch daherkommt. Ein Highlight stellt natürlich „Meine Stadt“ dar, aber noch heller leuchten das rührende „Und wenn ein Lied“ und der Anti-Fundamentalisten-Song „Vielleicht“. Schön, dass die christlichen Jungs sich hier mal eindeutig positionieren.

Ach ja: Bild und Ton sowie Kameraführung sind in Ordnung, die Regie auch. Als Bonusmaterial gibt es Eindrücke von den Arbeiten hinter der Bühne und Interviews mit jedem einzelnen Mitglied der Band, was sehr informativ ist. Bonus-Tracks (u.a. „Zion“) und die gesammelten Videos machen die Kaufentscheidung noch einfacher. So. Jetzt aber ab in den Laden.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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