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CD-Tipp

The Blue Van - "Love Shot"

published: 22.02.2011

The Blue Van - "Love Shot"  (Iceberg Records/Intergroove) The Blue Van - "Love Shot" (Iceberg Records/Intergroove)

Wie findest Du jemanden, der die Ramones für eine T-Shirt-Marke hält? Uncool, hinterwäldlerisch, peinlich, pseudo? Die Rockgruppe The Blue Van hat für solche Muttersöhnchen den Titel "Mama's Boy" geschrieben und sorgt so schon in ihrem Album-Opener dafür, dass alle nicht-authentischen-Rockfans ihr Fett wegkriegen.

Direkt, arrogant, abgeklärt – so präsentieren sich die Dänen auf ihrem vierten Studioalbum. "Love Shot" kommt temporeich, intensiv und voller starker, routinierter Songs mit Retro-Appeal daher. Dabei erinnern die sparsamen Arrangements und die reduzierte Instrumentierung an 60er-Jahre-Garagenbands. Der fette Sound, die punktgenaue Produktion und das pathetische Gehabe rufen dagegen eher die 70er wach.

Die große Feuerzeug-Ballade "Woman Of The Wrong Kind" versetzt den Zuhörer dann sogar in die 80er-Jahre. The Blue Van zitieren hier ansatzweise den Stadionrock der Dekade von Spandexbands wie Scorpions und Europe. Nebenbei beweisen die Dänen dadurch, dass sie – anders als andere skandinavische Bands wie beispielsweise Mando Diao – auch Schmusetitel draufhaben. Wichtig, wenn man in Richtung Charts schielt, und unabdingbar, wenn man die Mädels auf seine Seite ziehen will.

The Blue Van - "There Goes My Love"


Überhebliche, fiese Nummern wie "Beg Like A Dog" können sie sowieso, denn im Runtermachen sind The Blue Van spitze. "Draw The Line" spricht ein Machtwort und "Loser Takes It All" ist von Lebenserfahrung geprägter, vertonter Sozialneid. Ist dies der Soundtrack für das Scheitern der Generation Praktikum? Oder macht es den ausbleibenden Durchbruch für die nicht mehr ganz so jugendlichen Musiker etwas erträglicher? So wütet auch das letzte Stück, "You Live, You Learn, You Die", von Rachegedanken durchzogen. Selbst in den Nullerjahren speist sich auf echt machende Rockermucke offenbar zuallererst aus Unzufriedenheit und Zorn. Echt jetzt: Entspannt Euch, dieses Gequengel kommt uncool. Qualität wird sich schon durchsetzen. Wem sonst fallen denn Zeilen ein wie "For the rest of my life – I refuse to die?"

Tourdaten

26. März 2011 Berlin/Crystal
27. März 2011 Hamburg/Knust
28. März 2011 Köln/Studio 672
29. März 2011 Frankfurt/Nachtleben
31. März 2011 München/59 to 1

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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Links

www.thebluevan.com

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