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Songwriter-Pop

Rumer mag es "Slow"

published: 15.02.2011

Rumer überzeugte bei ihrem Auftritt im Hamburger Stage Club (Foto: Public Address) Rumer überzeugte bei ihrem Auftritt im Hamburger Stage Club (Foto: Public Address)

Es waren die High Heels. "Meine Schuhe machen mich nervös" sagte Rumer unvermittelt auf der Bühne des Stage Club in Hamburg. Die britische Newcomerin hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Lieder ihres Albums "Seasons Of My Soul" gespielt. Der Sound der siebenköpfigen Band klang wunderbar nuancenreich und dicht, nur Rumers Stimme schien sich zurückzuhalten. Doch nachdem die 31-Jährige die Stöckelschuhe abgestreift hatte und mit den Fußsohlen den Bühnenboden berührte, passierte etwas. Rumers besondere Stimme - warm, klar, ausdrucksstark - wuchs über sich hinaus und füllte den Raum.

"Slow" hieß der Song. Er beginnt mit Tönen, die einem entfernten Flecken der Seele zu entspringen scheinen. Die Melodie - mit der Zeile "You make me want to sing about love…" eingeleitet - fließt dazu, die Instrumente strömen herbei und die Musik schwillt an, bis sie jeden Winkel deines Innenlebens ausfüllt.

"Slow" heißt Rumers erste Single (Atlantic/Warner Music)"Slow" heißt Rumers erste Single (Atlantic/Warner Music)

Als erste Single ließ "Slow" Rumers Heimat England aufhorchen. Die in Pakistan als Sarah Joyce geborene Musikerin schaffte damit den Einstieg in die Top Twenty der Charts. Prominente Fürsprecher wie der TV-Moderator und Musiker Jools Holland sowie das Show-Original Elton John trugen dazu bei, dass Rumers Debütalbum "Seasons Of My Soul" die Hitparaden direkt auf Platz drei enterte. Großbritannien feierte seine neue Singer/Songwriter-Entdeckung stürmisch.

Melancholisch-schöne Lieder

Zu Recht: Der stimmige Longplayers bietet elf melancholisch-schöne Lieder über das Leben und die Liebe mit sensiblen Texten jenseits von Kischees oder Überambitioniertheit dar. Rumers Gesang erinnert an vorangegangene große Frauen der Musik, findet aber seine eigene Mitte zwischen Karen Carpenter, Carole King und k.d. lang. Zudem beeindrucken die treffsicheren, geschmackvollen Arrangements der Platte. Sie rufen die Innigkeit der Sechziger- und Siebziger-Jahre mithilfe der technischen Klasse der Gegenwart hervor. Wer mit dem Brill-Building-Sound jener Zeit etwas anfangen kann, findet hier Erfüllung. Sogar Songwriting-Gott Burt Bacharach höchstselbst soll von Rumers Talent derart begeistert gewesen sein, dass er sie zum gemeinsamen Komponieren nach Kalifornien einlud.

Schade ist Rumers Erfolg nur deshalb, weil er wahrscheinlich bedeuten wird, dass man die Sängerin nie wieder in einem so intimen Club live erleben wird. High Heels benötigt sie jedenfalls nicht für ihren künstlerischen Höhenflug…

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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