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CD-Tipp

k.d. lang and The Siss Boom Bang – "Sing It Loud"

published: 03.05.2011

k. d. lang and the Siss Boom Bang - "Sing It Loud"  (Nonesuch/Warner) k. d. lang and the Siss Boom Bang - "Sing It Loud" (Nonesuch/Warner)

Wer sich hier die größte Mühe gibt, wie Roy Orbison zu klingen, ist die kanadische Singer/Songwriterin k.d. lang. Da sie auf das Privileg zurückblickt, mehrfach das Mikrofon mit dem 1988 verstorbenen Country-Star geteilt zu haben, und weil sie jahrzehntelang ihre Konzerte mit einer stimmgewaltigen Version seines Songs "Crying" beendete, hat sie wohl auch das Recht dazu – und das Selbstbewusstsein sowieso. Entsprechend stimmt die Wahl-Kalifornierin den Opener "I Confess" mit genau so viel altmodischem Nashville-Pathos an wie man es vom "Oh, Pretty Woman"-Sänger kennt, wenngleich langs Fassung mit weitaus mehr Augenzwinkern daherkommt. Überhaupt scheint sich die 49-Jährige nach ihrem introspektiven, extrem reduzierten und in Eigenregie produzierten Vorgänger-Album "Watershed" nach Opulenz und der großen Geste gesehnt zu haben. Und offenbar auch nach Gesellschaft: Denn "Sing It Loud" nahm sie zusammen mit einer neuen Band auf, The Siss Boom Bang.

Diese exquisite Gruppe von Musikern kreierte in den Middletree Studios in Nashville, Tennessee, einen bemerkenswert vollen Breitband-Sound, der aufgrund der feinsinnigen Arrangements und ausgesuchten Instrumentierung jedoch stets elegant und luftig bleibt. Bis auf eine Talking-Heads-Coverversion wurden alle Stücke neu geschrieben. Die Sängerin verfasste allein fünf der vielschichtigen Kunstwerke zusammen mit Studioinhaber Joe Pisapia, mit dem sie den Longplayer auch produzierte.

Das neue Album spielte k.d. lang mit ihrer neuen Band The Siss Boom Bang ein, die sie nach einem amerikanischen Ausdruck für Feuerwerk benannte (Foto: Warner Music)Das neue Album spielte k.d. lang mit ihrer neuen Band The Siss Boom Bang ein, die sie nach einem amerikanischen Ausdruck für Feuerwerk benannte (Foto: Warner Music)

So schmissig wie "I Confess" schreitet das Album nicht fort, obschon vereinzelte Songs wie das dramatische, absichtlich überzogene "Sugar Buzz" das Zeug zum Camp-Klassiker haben. Ihren enormen vokalen Umfang präsentiert lang hier dankenswerterweise nicht zum Selbstzweck oder als Ornament, sondern um die Bedeutung des Songs zu intensivieren. Umso direkter ist die Wirkung ihrer Stimme: sinnlich, süffisant, sexy.

Die insgesamt zehn gefühlvollen Titel treiben zumeist im Country-Fahrwasser. Dabei folgt eine getragene Balladen wie "The Water's Edge" auf Nachdenkliches wie "A Sleep With No Dreaming". Das wunderliche "Heaven" scheint uns zunächst ob seiner Langweiligkeit den Himmel vergrätzen zu wollen, feiert dann aber doch den perfekten Kuss. Das aus dem Leben gegriffene "Perfect Word" beschreibt Beziehungskabbeleien, während "Habit Of Mind" der ideale Ohrwurm ist. Entspannt und überraschend leise entwickelt sich der Titeltrack "Sing It Loud", ein Höhepunkt unter vielen auf dieser erstaunlichen Platte. Bei allem Anspruch und Können klingen hier in jeder Note die gute Laune und der Spaß an der Musik durch.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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