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Dropkick Murphys im Interview

Von wegen Rockstarleben!

published: 17.05.2011

"Going Out In Style" von den Dropkick Murphys ist Ende Februar erschienen  (Foto: Cooking Vinyl (Indigo)) "Going Out In Style" von den Dropkick Murphys ist Ende Februar erschienen (Foto: Cooking Vinyl (Indigo))

Die Dropkick Murphys aus Boston haben viele Gründe zum Feiern. Seit sie 1996 die Szene betraten haben die sieben Musiker über drei Millionen Tonträger weltweit verkauft.
Ihre Hitsingle "I’m Shipping Up To Boston" erreichte Platinstatus und war Teil des Soundtracks von Martin Scorseses Academy Award-Siegerfilm "The Departed". Ihr letztes Album von 2007, "The Meanest of Times", schaffte es in die Billboard Top 20 und brachte damit die beste Platzierung der Band bisher. Die Dropkick Murphys haben weltweit ausverkaufte Hallen und kultivierten eine der engsten Fangemeinschaften im Rockgeschäft.

"Going Out In Style" ist ihr neues Album und Drummer Matt Kelly hat einiges darüber zu berichten.

Im Infoblatt zum neuen Album bezeichnet ihr euch selbst als die "AC DC des Celtic Punkrock". Bedeutet das, dass man nach fünf Sekunden Hören weiß, welche Band spielt, wenn man die Songs hört?
"Ja, so in etwa. Das streben wir zumindest an. Das Album sollte sich grundsätzlich nicht von unserem bewährten Sound distanzieren und außerdem wollten wir immer schon die 'AC DC des Genres' sein; denn sie sind einfach die Besten."

Beschreibe doch den Aufnahmeprozess des aktuellen Albums im Vergleich zum letzten Studioalbum.
"Wir hatten bei 'The Meanest Of Times' einige Songs, die sich schon vorher live bewährt hatten, wie 'State Of Massachusetts' oder 'Johnny, I Hardly Knew Ya', wo klar war, wie wir diese Songs aufnehmen müssen. Das war diesmal nicht der Fall, da wir noch kein neues Stück zusammen gespielt hatten. Wir hatten zwar ein paar Ideen, aber wir haben erst im August letzten Jahres angefangen, das Thema eines neuen Albums ernsthaft anzugehen. Der gesamte Songwriting-Prozess fand diesmal in meiner Küche auf akustischen Instrumenten statt. Der Grund dafür war einfach, dass mein Haus nah am Proberaum liegt. Wir hatten dann verschiedene Sessions, wo wir uns beispielsweise mal nur auf die Songstrukturen oder die Texte konzentrierten. Danach haben wir uns dann direkt im Studio wiedergefunden, um alles aufzunehmen. Rückblickend sind die letzten fünf Alben nicht so einfach auf akustischen Instrumenten entstanden, aber die Songs der Alben davor, wie die von 'Do Or Die'. Das war zwar nicht so geplant, aber wir hatten auch nicht allzu viel Zeit, das Songmaterial zusammenzutragen. Dabei hatte unser Produzent mit seinem guten Gehör viel beigesteuert und hat uns dazu gebracht, auf die Songs so zu gucken, als ob wir sie schon sechs Monate live spielen würden. Das hat den Aufnahmeprozess ziemlich erleichtert."

Es fällt auf, dass auf dem neuen Album weniger 'Geschrei' und dafür mehr 'Gesang' zu hören ist. Lag das an der Tatsache, dass die Songs in der Küche entstanden sind, wo ihr leiser sein musstet?
"Nein, nicht ganz. Meine Frau arbeitet tagsüber, so konnten wir auch einigermaßen laut sein. Aber man will auch nicht das gleiche Album zweimal machen. Bei den Dropkick Murphys weißt du zwar, dass du kein HipHop oder Techno bekommst, aber gewisse Songs haben eben gute Melodien und Ideen, was sicherlich für den Gesangspart von Vorteil war."

Diesmal habt ihr wieder komplett neue Gastmusiker dabei. Wie kam es zu der Kollaboration mit Bruce Springsteen?
"Wir kennen den 'Boss' seit 2007, als sein Sohn, der übrigens ein Fan von uns ist, mit ihm bei einem New Yorker Konzert vorbei kam. Bruce ist ein super Typ, sehr bodenständig, interessiert und hat überhaupt keine Allüren. Dann hat er uns zu seinem Konzert in Boston eingeladen und ein paar von uns haben ihn sogar auf der Bühne begleitet. An diesem Abend hat auch Tim (Gitarre und Akkordeon, Anm. d. Red.) seiner Frau einen Heiratsantrag auf der Bühne gestellt, den sie zum Glück auch annahm. Aber das nur am Rande... Jedenfalls war er letztes Jahres ebenfalls in einem Studio, als wir ihn anriefen und fragten, ob er einen Gesangspart zum Song 'Peg O’ My Heart' beisteuern möchte. Er hat sofort zugesagt und innerhalb kürzester Zeit hat er uns unglaublich coole Gesangsspuren gesendet; alles dank der Magie des Internets."

Wie kam es zu der Idee, ein Konzeptalbum aufzunehmen?
"Es ist grundsätzlich schwierig und sehr restriktiv, wenn man sich lyrisch an ein Konzept hält, um daraus ein Album zu machen. Wir haben in diesem Fall die Songs geschrieben und anschließend gemerkt, dass diese alle etwas gemeinsam haben, so dass wir im Nachhinein ein Konzept daraus gemacht. Wir sind damit den leichteren Weg gegangen."

Was stört dich, wenn du auf Tour bist?
"Nun, ich mag es nicht, von meiner Frau, meinem Hund oder von anderen Freunden für eine Zeit lang weg zu sein oder nicht die Möglichkeit zu haben, Vinylplatten zu hören. Die grundsätzliche Hygiene ist ebenfalls nicht das Beste. Andererseits ist es nach wie vor der beste Job der Welt für mich. Mittlerweile haben drei Bandmitglieder Kinder, so dass die Tourneen insgesamt familienfreundlicher ausfallen und wir nicht mehr elf Monate am Stück unterwegs sind. Das Negative hält sich also deutlich in Grenzen."

Ihr seid nicht nur Bandkollegen, ihr seid auch miteinander befreundet, aber wie verhält sich das auf Tour?
"Wir sind eher so eine Art Familie, bei der jeder den anderen respektiert und man immer für einen da ist und das weiß auch jeder. Wir sind sieben Musiker und dazu kommt noch die Crew, wovon einer sogar ein ganz alter Freund von mir ist. Auf Tour hängen wir auch nicht konstant zusammen rum. Dazu kommt, dass wir auch nicht das klassische Rockstarleben ausleben. Die Leute mögen unsere Songs und unsere Shows und stehen nicht auf uns Typen, so können wir uns überall frei bewegen. Wir sind einfach auch die Gleichen auf Tour wie zu Hause und das ist unsere Gesamteinstellung zum Leben und zu unserem Job des Musikers."

[Marcel Kyeck]

Links

Offizielle Webseite
Dropkick Murphys bei Amazon

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