William White im Porträt

Seelenvoll in der Schweiz

published: 30.08.2005

William White (Foto: Public Address) William White (Foto: Public Address)

Kaum vorstellbar, dass der Vater einer Tochter vor noch gar nicht langer Zeit als Sänger der Schweizer Rockband Liz Libido am Mikro stand, denn was William White auf „Undone“ präsentiert, erinnert weniger an rebellischen Rock als an entspannten Surfersound à la Jack Johnson („Rain“), meisterhafte Marley-Melodien („Misfit“) oder Lenny Kravitz und Prince in Personalunion („So Much Love“).

„Nachdem ich von Barbados in die Schweiz kam, war es für mich ein wichtiger Schritt, bei Liz Libido mitzumachen, um überhaupt in der Szene Fuß zu fassen“, so William. „Nur war Rock auf Dauer nicht meine Richtung – auch wenn mich seine Energie immer faszinieren wird. Aber wenn du mit zwölf klassische Gitarre spielst und Bob Marley, Marvin Gaye oder Curtis Mayfield deine Helden sind, dann ist das Seelenvolle von Songs eben das, was letztendlich gewinnen muss.“

Von seinen Soloplänen ließ sich der sonst so besonnene William nicht durch finanzielle Engpässe oder fehlendes Kapital ablenken. „Undone“ hat er nicht nur selbst geschrieben, sondern auch in Eigenregie finanziert, produziert und eingespielt. „Obwohl ich Verantwortung für meine Frau und mein Kind habe, musste ich dieses Album einfach machen. Zwar würde ich die beiden nie mit leichtsinnigen Projekten in Gefahr bringen, aber ich weiß, dass die Unsicherheit des Musikgeschäfts meiner Frau oft Bauchschmerzen bereitet.“

Grund dazu hat sie eigentlich nicht, denn was William White auf „Undone“ präsentiert, ist ein musikalisches Kleinod mit internationalem Format, das ohne Frage den großen Durchbruch eines talentierten Newcomers bedeuten könnte.

[Sonja Ritter]

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