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Michael Jackson - "Live In Bucharest..."

published: 30.08.2005

Michael Jakckson (Foto: Public Address) Michael Jakckson (Foto: Public Address)

Diese Präsizion! Diese Leichtigkeit! Dieser unbedingte Wille zu unterhalten! Dieser naive Glaube an das Gute der Musik! Dieser Michael Jackson. Im Jahr 1992 - bereits weiß und verschnitten - führte ihn die „Dangerous Tour“ nach Bukarest. Aller Häme zum Trotz, mit der der selbsternannte King of Pop schon damals überschüttet wurde: Seine Live-Performance ist eine Wucht.

Die Show beginnt mit ohrenbetäubendem Knallen und viel Feuerwerk. Nachdem der Jüngste des Jackson-Clans dann zum Kreischen der Fans die Sonnenbrille abgenommen hat, geht es mit „Jam“ richtig zur Sache. Großartig choreografiert ist „Smooth Criminal“ vom 1987er Album „Bad“. Gleichzeitig abgehobener und weitaus weniger selbstverliebt als Usher tanzt sich Michael Jackson königlich souverän durch sein Greatest-Hits-Set. (Der junge R’n’B-Sänger hat sich augenscheinlich besonders von der Präsentation zu „Human Nature“ für seine Auftritte inspirieren lassen.)

Die Hits des Überflieger-Werkes „Thriller“, das 1982 erschien, bilden die Höhepunkte des Konzertes. Ganz großes Theater ist „Billie Jean“ – zu dem Jackson auch endlich das merkwürdige güldene Leibchen auszieht, das befremdlicherweise aussieht wie Madonnas Gaultier-Body - nur ohne die Brustkegel. Bei „Thriller“ tanzt er mit Zombies (das wiederholten unlängst die Backstreet Boys) und für „Beat It“ erstrahlt seine Gitarristin Jennifer Batten in weihnachtlichem Lichterschmuck wie ein mit einem Christbaum gekreuztes Rentier. Schräglage, Moonwalk, schnellstes Fußsetzen vorstellbar – Mr. Jackson hat alle nur erdenklichen Schritte im Repertoire.

Nachdem ein paar Evergreens aus der Zeit der Jackson 5 zu Ehren kommen, sind zum Ende hin sentimentale Weltverbesserungslieder passend platziert. Und was im Radio oder auf den Clipkanälen nicht funktioniert: Hier springt der Funke über. Die Klänge von „Heal The World“ und „Man In The Mirror“ fassen die Sehnsüchte des Publikums stimmungsvoll zusammen. Da wundert man sich kaum noch, dass die Show damit endet, dass sich das große Kind mit Raketen in den Himmel schießen lässt - da gehören Stars schließlich hin. Entertainment at its best.

Am Rande bemerkt: Justin Timberlake, der auf seinem Soloalbum den MJ-Stil der Dekadenwende 70er/80er wieder aufkochte und damit Jubelstürme bei Fans und Kritikern verursachte, mag zwar viel vom Meister gelernt haben – ein blasser Musterschüler aber bleibt er.

So. Wann kommt Michael Jackson das nächste Mal auf Tour?

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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www.michaeljackson.de

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