Yuja Wang im Interview

"Solide und sexy"

published: 10.08.2011

Yuja Wang ist ein Ausnahmetalent am Flügel (Foto: Public Address) Yuja Wang ist ein Ausnahmetalent am Flügel (Foto: Public Address)

Diese rauchige, dunkle Stimme hätte man der zierlichen jungen Frau gar nicht zugetraut. Die Musikerin Yuja Wang wirkt in dem Gespräch über Berufsträume und Heimat selbstsicher, gefasst und professionell. Als Kind eines Jazztrommlers und einer Tänzerin wurde die Pianistin praktisch in die Musik hineingeboren. Yuja fing schon sehr früh an, Klavier zu spielen. Mit 14 ging sie nach Kanada, wo das Ausnahmetalent am Mount Royal College in Calgary Piano studierte. Mittlerweile lebt die 24-Jährige in New York und gibt weltweit Konzerte.

Ihre neueste Veröffentlichung "Rachmaninov" wurde live mit dem Mahler Chamber Orchester unter Leitung des berühmten Dirigenten Claudio Abbado aufgenommen. Unikosmos erfuhr im Gespräch mit Yuja Wang, dass mehr als ein Klassik-Freak in ihr steckt.

Im Pop präsentieren sich die Sängerinnen meistens sehr sexy. Machst du als Musikerin aus dem Klassik-Bereich auch gerne solche Fotoshootings wie zu deinem neuen Album?
"Es macht immer total viel Spaß, diese Fotosessions zu haben. Die klassische Musik kann allgemein auch sexy wirken. Das kommt aber immer auf die Ausstrahlung der einzelnen Künstler an. Es gibt wesentlichere Dinge, als sexy rüberzukommen. Aber wenn jemand solide und sexy ist, ist das natürlich wunderbar."

Wie hast du mit dem Klavierspielen angefangen?
"Meine Mutter war eine traditionelle chinesische Tänzerin. Sie hat sehr viel Klavier gespielt. Zuerst war es bei mir ein Hobby, aber da ich Musik sehr mag, wurde es schließlich sogar zu meinem Beruf."

Yuja Wang (5 Bilder)

Yuja Wang
Yuja Wang
Yuja Wang
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Bis zu deinem 14. Lebensjahr hast du in China eine musikalische Ausbildung bekommen. Wieso bist du dann alleine nach Kanada gegangen?
"Das war mehr eine Entscheidung meiner Eltern. Sie wollten, dass ich die nordamerikanische Kultur kennenlerne und mein Englisch verbessere. Ein bisschen habe ich meine Heimat vermisst, aber da Jugendliche sowieso weg von Zuhause wollen, war es nicht schlimm. Außerdem war ich sehr konzentriert auf das Lernen der neuen Sprache und auf meine Musik. Das hat sehr viel Energie gekostet, weshalb ich keine Zeit hatte, meine Heimat zu vermissen. Nur das Essen habe ich vermisst. Die chinesische Küche in Amerika ist nicht mit der Hausmannskost meiner Eltern zu vergleichen. Die kochen unglaublich gut."

Was sind für dich persönlich die größten Unterschiede in beiden Ländern?
"In China verbringe ich nun die meiste Zeit mit meinen Eltern. Meine Freunde sind fast alle in den USA und Europa. Selbst meine chinesichen Freunde sind inzwischen nach Amerika gezogen. In Amerika bin ich sehr unabhängig. Der einzige Freund, den ich noch in China habe, ist mein alter Lehrer."

Warst du schon oft in Deutschland?

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www.yujawang.com

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