DVD-Tipp

"Napola"

published: 06.09.2005

Tom Schilling (l.) und Max Riemelt in "Napola" (Foto: Constantin) Tom Schilling (l.) und Max Riemelt in "Napola" (Foto: Constantin)

1942 in Deutschland. Der 17-jährige Friedrich (Max Riemelt) ist ein talentierter Nachwuchsboxer. Als er sich eines Tages im Kampf gegen einen Schüler einer Napola tapfer schlägt, bekommt er die Möglichkeit, selber auf die Eliteschule der Nazis zu gehen. Der Junge aus einer ärmlichen Arbeiterfamilie sieht darin die Chance seines Lebens. Gegen den Willen seines Vaters tritt er das Schuljahr in Schloss Allenstein, dem Eliteinternat, an.

Dort wird ihm neben Rassenlehre, Judenhass und Waffenlehre beigebracht, auch dann noch zuzuschlagen, wenn der Box-Gegner eigentlich schon besiegt ist. Zunächst ist Friederich fasziniert von der Aufbruchsstimmung auf der Schule und der kameradschaftlichen Atmosphäre, die ihn trotz seiner proletarischen Herkunft integriert. Dabei freundet er sich mit Klassenkamerad Albrecht (Tom Schilling) an, dem Sohn des örtlichen Gauleiters. Der introvertierte Junge ist weder „hart wie Stahl“ noch „zäh wie Leder“ und entspricht so gar nicht der Vorstellung der Nazis von der schneidigen deutschen Jugend.

Als die Klasse von Friederich und Albrecht bei der Suche nach entflohenen Kriegsgefangenen helfen soll, kommt es zu einem Massaker. Am nächsten Tag soll die Klasse im Deutschunterricht einen Aufsatz zum Thema „Die winterliche Landschaft als Bestandteil germanischer Heldensagen“ schreiben. Deutschlehrer Heinrich Vogler (Devid Striesow) bittet den sensiblen Albrecht, seinen Aufsatz vor der Klasse vorzulesen...

Der Film von Dennis Gansel spaltete damals die deutschen Kino-Kritiker. Dazu dürfte vor allem die Rolle von Devid Striesow als Friedrichs väterlicher Förderer beigetragen haben: Die Drehbuchautoren beschreiben den Lehrer als eine Art „Nazi mit Herz“, der den Jungen so lange wohl gesonnen bleibt, wie sie im Drill-System funktionieren. Dennoch wird gerade so der Reiz filmisch erklärt, der besonders für Jugendliche von den Elite-Anstalten ausgegangen sein muss. Und dem Zuschauer die Frage stellt: Wie hättest du gehandelt? Die DVD bietet neben üblichen Extras wie Interviews mit den Schauspielern auch ein Videotagebuch von Regisseur Dennis Gansel.

[Jörg Römer]

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