CD-Tipp

Barbra Streisand – „Guilty Pleasures“

published: 26.09.2005

Barbra Streisand - "Guilty Pleasures"  (Foto: Columbia) Barbra Streisand - "Guilty Pleasures" (Foto: Columbia)

Sie haben es schon wieder getan: Barbra Streisand und Bee Gee Barry Gibb können einfach nicht voneinander lassen. Fühlten sie sich 1980 noch „Guilty“ ob ihres intimen (künstlerischen) Kontaktes, so stehen heute die „Pleasures“ gleichberechtigt daneben. Der wohlige Schauder kriecht dem Zuhörer spätestens dann über den Rücken, wenn sanft „You may be someone else’s sweetheart“ erklingt, die Eröffnungszeile zum Ohrwurm-Track „Stranger In A Strange Land“, ganz offensichtlich die Entsprechung zu „Woman In Love“ vom ersten Date.

Wie die meisten Sängerinnen in den mittleren bis späteren Jahren gewinnt Streisand, mittlerweise 63 Lenze zählend, mit dem Alter stimmlich an Ausdrucksvermögen. Jetzt versteht sie sich auch auf die leisen Töne. Und wie das Titelfoto zeigt, sind die Dekaden optisch an ihr sehr viel freundlicher vorbeigezogen als an dem guten Barry, der ordentlich Haare gelassen hat. Zum Glück gibt es Wichtigeres: Komponieren und produzieren kann der vier Jahre Jüngere immer noch wunderbar.

Kaum ist der wunderschöne Harmonie-Gesang des Anspieltipps „Stranger In A Strange Land“ verklungen, bezaubert das melodiöse „Hideaway“. Balladen dominieren die Platte: Auch „It’s Up To You“ und das zweite Duett mit ihrem Partner, „Above The Law“, das das Thema „Double life“ wieder aufnimmt, überzeugen. Mit „Night Of My Life“ versucht sich La Streisand dann sogar auf dem Dance-Sektor. Wegen des veritablen Disco-Veteranen an ihrer Seite tänzelt sie knapp an Cher-artigen Peinlichkeiten vorbei. Eindeutig zu musicalmäßig tönen dann aber „Without Your Love“ und „Letting Go“. Eine sichere Bank stattdessen bietet „(Our Love) Don’t Throw It All Away“, der Bee-Gees/Andy-Gibb-Klassiker. Meinetwegen können die beiden Showgrößen noch ein drittes Mal zusammenkommen.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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