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Revolverheld - „Revolverheld“

published: 21.09.2005

Revolverheld - „Revolverheld“ (Foto: Sony BMG) Revolverheld - „Revolverheld“ (Foto: Sony BMG)

Die Songs sollen knallen wie der Bandname. Revolverheld, die fünf Jungs aus Hamburg, tun deswegen gut daran, ihr Debütalbum programmatisch mit „Generation Rock“ zu eröffnen. Zu schmissigen Gitarrenklänge singen sie gegen Phlegma, Selbstmitleid und Gleichschaltung an. Ihr Credo setzt sich in „Roboter“ fort. Johannes, Kristoffer, Niels, Jakob und Florian können aber auch Balladen: Mit „Freunde bleiben“ und „Die Welt steht still“ zeichnen sie durch ihre intelligenten Texte anschaulich Bilder von Beziehungen in der Krise (letzteres) und nach dem Aus (ersteres Lied).

Ein bisschen zu viel Ego bellt dann „Rock’n’Roll“ heraus. Wenig glaubwürdig, wie die ehrgeizigen Newcomer hier über das „Massenradio“ meckern. Rockmusik, wie sie Revolverheld machen, gehört da doch längst voll ins Format. „Arme hoch“ schimpft weiter über billige Feinde wie Casting und "Retortenquatsch", um noch mal klarzustellen: „Hallo, wir sind Rockstars!“. Dieses Revoluzzertum ist entweder Selbstbetrug oder Pose.

Dass die Band ideologisch durchaus karriereorientiert ist, fassen sie in „Beste Zeit deines Lebens“ sogar in Worte: „Du kannst mehr erreichen als du glaubst“, singen sie, „wenn du’s willst, dann schaffst du’s schon“. In "Alarm" wenden Sie sich dann noch einmal an schlaffe Rumhänger und Unzufriedene, frei nach dem Aufruf von Altbundespräsident Roman Herzog, der einst forderte, ein Ruck müsse durch Deutschland gehen. Ein Rock, meinen Revolverheld. Ansonsten die gleiche Weltanschauung.

Wenn sich Revolverheld ein wenig weniger ernst nehmen würden, wären sie weitaus sympathischer. Viele der von ihnen so abgelehnten Popstars oder HipHopper sind da übrigens ironiefähiger. Sobald Revolverheld aber persönlicher werden -wie in "Romeo" oder "Wenn du sagst" - sind sie besser. Das Album schließt mit dem wunderschönen "Mit dir chilln".

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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