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The Dead 60s im Porträt

Champagner von Morrissey

published: 10.10.2005

The Dead 60s (Foto: Public Address) The Dead 60s (Foto: Public Address)

„Wir hassen Rockmusik!“ Mit diesem krassen Statement überraschen The Dead 60s, eine der vielen wahnsinnig talentierten Bands aus Großbritannien. Ihre Einstellung verblüfft umso mehr, als dass man die Gruppe mangels einer genau passenden Schublade erst mal in den alles schluckenden Dielenschrank Rock geworfen hätte. In Wahrheit machen The Dead 60s aber von Punk, Dub und Ska beeinflussten New Wave, der arg nach der „Sandinista!“-Phase von The Clash klingt.

Mit ähnlicher Musik spielte sich kürzlich die Combo Hard-Fi in den Charts und Kritiker-Hitlisten nach oben. Auskünften der Plattenfirma zufolge haben The Dead 60s sogar deswegen ihr eigentlich gelbes Albumcover für den europäischen Markt rot eingefärbt. Quietschgelb sieht schließlich bereits Hard-Fis „Hits of CCTV“ aus. „Quatsch!“ wehren sich Sänger Matt McManamon und Gitarrist Ben Gordon. „Wir haben die Farbe geändert, weil auch der Inhalt anders ist“, behauptet Matt. „Im Vergleich zur gelben USA-Version haben wir ein paar Songs geremixt und sogar einige andere Stücke auf das Album genommen. Die beiden Fassungen wollten wir eben auch farblich voneinander abheben.“ So richtig verstehen die Liverpooler nicht, wieso sie ständig mit Hard Fi verglichen werden. „Wir kennen die Jungs, weil wir mit ihnen in America auf Tour waren, aber sie sind viel poppiger als wir, eher eine Boygroup mit Instrumenten“, findet Matt.

Schmucke Britpopper - The Dead 60s (Foto: Public Address)Schmucke Britpopper - The Dead 60s (Foto: Public Address)

Nichtsdestoweniger freut es ihn, dass viele britische Bands zurzeit international erfolgreich sind. Ein Erklärungsversuch: „Die Leute sind einfach gelangweilt von dem ganzen Nu-Metal-Kram“, meint Ben und verzieht das Gesicht. „Im amerikanischen Radio läuft doch seit 20 Jahren die gleiche Chose – ACDC und so.“ Da ist es also wieder, das Rock-Thema. Und Rock wollen The Dead 60s, die mit Punk, Reggae und Ska aufwuchsen, eben gar nicht sein. Auch vom Rock’n`Roll-Lifestyle distanzieren sie sich. Bryan, der Schlagzeuger, ist übrigens der Ordentlichste der Gruppe – ein Typ, der laut Ben „sogar seine Socken bügelt“.

Ein Dead-60s-Fan der ersten Stunde ist übrigens kein Geringerer als Morrissey, die lebende Legende. Der Exzentriker hatte die Newcomer eingeladen, mit ihm zu touren. „Aber geredet hat er kein Wort mit uns“, so die Enttäuschten, die dessen ehemaligen Band The Smiths großartig finden und „selbst einiges von seinem Solo-Zeugs“ mögen. „Sogar als er bei einem unserer Soundchecks auf die Bühne kam, hat er uns ignoriert“, erinnert sich Ben. „Er hat uns allerdings einmal Champagner hinter die Bühne geschickt“, erzählt Matt. „Aber wir haben ihn nicht getrunken – für den Fall, dass er vergiftet war.“

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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