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DVD-Tipp

New Order – "A Collection“ und "... Story"

published: 18.10.2005

New Order - "A Collection"  (Foto: Warner) New Order - "A Collection" (Foto: Warner)

Neben Gang Of Four sind Joy Division die Band, auf die sich Neo-New-Wave-Bands wie Bloc Party, Editors, Franz Ferdinand und Interpol maßgeblich stützen. Gang Of Four haben kürzlich ihre alten Songs frisch eingespielt und unter „Return The Gift“ noch einmal in den Handel gebracht. Joy Division benannten sich 1981 in New Order um, nachdem sich Sänger Ian Curtis das Leben genommen hatte. Gleich zwei New-Order-DVDs buhlen nun um die Gunst derjenigen, die sich im Jahr 2005 plötzlich brennend für die alte neue Welle interessieren.

„New Order Story“ erzählt die Geschichte der Gruppe, wobei der Schwerpunkt auf der Umbruchphase um 1980 liegt. Produzenten, der Manager und zahlreiche Weggefährten aus Manchester und dem Musikgeschäft kommen zu Wort, darunter Arthur Baker, Factory-Boss Tony Wilson, Bono von U2 und Electronic-Kollege Neil Tennant von den Pet Shop Boys. Die Bandmitglieder selbst beantworten in einer Ratesendungs-Parodie stichpunktartig Wissens- und Einschätzungsfragen. Beispiel: „Wer ist der Faulste in der Band?“ – „Ian Curtis“. Man erfährt auch, dass der unterkühlte Kult-Hit „Blue Monday“ für eine Sunkist-Werbung verkauft wurde. Das Spannende behalten Sänger Bernard Sumner, Keyboarderin Gillian Gilbert, Bassist Peter Hook und Drummer Stephen Morris leider für sich. Die Band bleibt rätselhaft.

1993 endet die Story, weil die Doku nämlich damals produziert wurde und man zur DVD-Wiederveröffentlichung zwar einiges Bonusmaterial hinzugefügt hat, aber keine weiteren aufwändigen Interviews führte. Mit über zwei Stunden Dauer ist die Scheibe trotzdem ihr Geld wert, wenn auch viel Zeit für die umfangreichen Einspielungen von Auftritten und Videos drauf geht.

Ganz den großartigen Clip-Produktionen verschrieben ist die zeitgleich veröffentlichte DVD „A Collection“. Sie bündelt die Videos von „Confusion“ bis „Waiting For The Sirens’ Call“. Zusätzlich gibt es eine Performance von 1981, ein paar Alternativ-Videos und weitere Live-Takes.

New Order haben sich mit ihren Musikfilmchen immer Mühe gegeben und mit dem surrealen Ohrfeigen-Video zu „True Faith“ einen der besten Clips der Musikgeschichte kreiert. Humor bewiesen sie schon früh mit ihrer herrlichen Heavy-Metal-Show zum Electro-Indie-Song „Touched By The Hand Of God“. Überhaupt sind die Songs der Achtziger auch ohne das visuelle Element schon bahnbrechend wie das ewig unterschätzte „Round & Round“.

Die neueren Sachen der Band fallen musikalisch etwas ab, haben aber die interessanteren Clips, wenn auch ab „Regret“ etwas zu häufig mit Kameras in der Hand im Bild herumgelaufen wird. „Here To Stay“ ist Ian Curtis gewidmet. Mit „Crystal“ knüpfen die Briten Song-mäßig wieder an ihre alte Form an, was den Ausrutscher „World In Motion“ (ja genau, die Fußball-Hymne mitsamt singender Kicker) leider nicht wettmacht. Schön bunt macht sich das grafische Video zu „Jetstream“ aus. Zu begrüßen ebenfalls, dass die Band mal wieder zu sehen ist. Auch mit fortgeschrittenem Alter behandeln New Order das Misfit- und Runaway-Thema anhaltend überzeugend. Selbst die alten Indie-Bassläufe machen es heute noch. Zum Schreien dann das Alternate-Video zu „Regret“, wo sich die New-Wave-Ikonen in einem kompletten Baywatch-Set wiederfinden und musizieren, als wäre nichts gewesen - „live from L.A.“ eben.

Immer noch nicht genug von New Oder? Mit „The Singles“ ist zusätzlich eine rein akustische Werkschau im Angebot.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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