New Order - "A Collection"  (Foto: Warner)Joachim Bublath (Foto: Public Address)Till Brönner - "A Night In Berlin" (Foto: SPV)Cream - "Royal Albert Hall"  (Foto: Warner)The Cardigans- "Super Extra Gravity" (Foto: Universal)The Dead 60s (Foto: Public Address)Jon Bon Jovi begrüßt im nächsten Jahr deutsche Fans  (Foto: Public Address)

CD-Tipp

Depeche Mode – „Playing The Angel“

published: 19.10.2005

Depeche Mode – „Playing The Angel“ (Foto: Mute) Depeche Mode – „Playing The Angel“ (Foto: Mute)

Wer solche Fans hat wie Depeche Mode sie haben, der ist fein raus. Der könnte auch den letzten Schrott auf CD pressen und er würde sich immer noch millionenfach verkaufen. Depeche Mode haben die treuen Fans aber natürlich deswegen, weil sie nie billigen Ramsch veröffentlichen. Lange Wartezeiten zwischen den Alben muss die Gefolgschaft in Kauf nehmen; darauf, dass sich die (mittlerweile nur noch) Drei alle Mühe geben, können sie aber zu Recht vertrauen.

Zwölf neue Titel sind herausgekommen, aufwändig mit frickeligen Soundoptimierungen versehen. Nur: Wie schon bei dem Vorgänger „Exciter“ springt der Funke nicht so richtig über. Die zündenden Ideen von „Black Celebration“, „Music For The Masses“ oder „Violator“ fallen Martin L. Gore nicht mehr ein und Nachwuchs-Schreiber Dave Gahan leider auch nicht. Der Sänger steuerte zu „Playing The Angel“ drei Songs bei – ein Verdienst seiner Soloplatte „Paper Monsters“ aus dem Jahr 2003.

Der in Interviews nicht zu überlesene Konkurrenzkampf zwischen dem altgedienten Gore und Gahan entgeht einem leicht, wenn man nur die CD hört – denn „Playing The Angel“ klingt erstaunlich homogen. „Suffer Well“, Gahans erster Track, ist eines der besten Stücke des Albums. Gore brilliert mit der Ballade „Damaged People“. Wie eigentlich seit dem Weggang von Vince Clark in den Achtzigern sind die Songs überwiegend resigniert, schwermütig, verzweifelt.

Neue Fans wird dieses Album kaum hinzugewinnen. Irgendwann könnte dies zum Problem der Band werden. Solange die Getreuen aber verlässlich (und mehrfach) zugreifen, müssen sich Depeche Mode keine Sorgen machen.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

Mehr

Kein Double für die Bayern
Heiße Ingwer-Orange
Wasabi-Kartoffelsuppe mit Krabben

Amazon

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung