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CD-Tipp

Stevie Wonder mit "A Time To Love"

published: 31.10.2005

Stevie Wonder - "A Time To Love" (Foto: Motown) Stevie Wonder - "A Time To Love" (Foto: Motown)

Man hatte sich ja bereits Sorgen gemacht um Stevie Wonder - spätestens, als der Singer/Songwriter im letzten Jahr mit der Boygroup Blue einen schwachen Neuaufguss seines Hits "Signed, Sealed, Delivered I'm Yours" fabrizierte. Doch die Sorgen waren unnötig. Auf "A Time To Love" zeigt das Black-Music-Genie wieder seine Klasse.

Schon der Eröffnungstrack „If Your Love Cannot Be Moved“ und die Single „So What The Fuss“ mit Prince an der Gitarre machen deutlich, dass der Multi-Instrumentalist wieder weiß, was eine Funkbombe ist. Das eingängige „Positivity“ fügt noch eine groovige Note hinzu. Beim ruhigen „How Will I Know" stimmt er mit seiner Tochter Aisha Morris ein Duett an, die er vor 30 Jahren auf seinem Meisterwerk „Songs In The Key Of Life“ in „Isn’t She Lovely“ besang. Das Highlight auf "A Time To Love" aber ist das bezaubernde „Moon Blue“, eine melodische Jazzballade allererster Güte, die sich vor der 1976er Utopie „Saturn“ nicht verstecken muss. Als Zugabe spielt Country-Rockerin Bonnie Raitt auf “Tell Your Heart I Love You” die Slide-Guitar und Sir Paul McCartney greift beim Titelsong zur Elektrischen und Akustischen.

Kein Wunder, dass die Großen Schlange stehen, um Handlanger für den Mann zu spielen, der in den 60ern auf dem Motown-Label in Detroit zunächst als Wunderkind „Little Stevie Wonder“ berühmt wurde. Der blinde Musiker schaffte nach seiner Volljährigkeit den Sprung zum Songwiter-Soul und –Funk und war in den 70ern u.a. wegen seiner sozialkritischen Texte nicht nur bei der Bürgerrechtsbewegung und der Black Community in den Staaten außerordentlich beliebt. Sein Album „Innervisions“ etwa war ein Meilenstein für urbanen Autoren-R’n’B.

Wenn man Stevie Wonder nicht hätte samplen könne, gäbe es weder „Wild Wild West“ von Will Smith, noch „Gangsta’s Paradise“ von Coolio, die sich beide frech bei Wonders Hooklines bedienten. Wer sich eins seiner 70er-Jahre-Alben anschafft - was sehr zu empfehlen ist - wird beim Hören einige Aha-Erlebnisse haben.

Wonders Abstieg begann 1984 mit dem mainstreamigen „I Just Called To Say I Love You” und wurde mit Allerwelts-Ohrwürmern wie “Part-Time Lover” weitergeführt. In den 90ern veröffentlichte er nur noch sporadisch Platten, denen meist die zündende Melodie fehlte. Umso schöner jetzt dieses große Comeback mit "A Time To Love". Es ist wieder Zeit, Stevie Wonder zu lieben.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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