DVD-Tipp

"Concert For Bangladesh"

published: 16.11.2005

George Harrison and Friends "Concert For Bangladesh" (Foto: Warner) George Harrison and Friends "Concert For Bangladesh" (Foto: Warner)

Am Abend des 1. August 1971 stimmen vier indische Musiker auf der Bühne des New Yorker Madison Square Garden ihre Instrumente und spontaner Beifall brandet auf. „Wenn euch das Stimmen schon so gut gefällt, hoffe ich, dass euch das Konzert noch besser gefallen wird“, sagt Ravi Shankar, der indische Sitar-Virtuose.

Er war es, der den Ex-Beatle George Harrison dazu überredete, jenes Benefiz-Konzert für Zehntausende von einer Hungerkatastrophe betroffene Einwohner des ostindischen Staates Bangla Desh zu organisieren, die im Zuge ihres Kampfes um Unabhängigkeit von Westpakistan nach Indien flüchten mussten. Im Verlauf des Abends traten unter anderem Harrison selbst, Eric Clapton und Bob Dylan auf, begleitet von einer All-Star-Band, zu der Jim Keltner, Leon Russell, Ringo Starr, Billy Preston und der deutsche Bassist Klaus Voormann aus dem Beatles-Umfeld gehörten.

„The Concert For Bangladesh“ spülte noch am selben Abend 250.000 Dollar in die Unicef-Kassen; die Veröffentlichung der Doppel-CD wenige später weitere Hunderttausende von Dollars, mit denen Zehntausende vorwiegend junger vor dem aus politischen Wirren entstandenen Flüchtlingsdrama und Hungertod gerettet werden konnten. In den darauf folgenden Jahrzehnten leistete „The George Harrison Fund for UNICEF“ kontinuierliche Aufbauhilfe in dem noch jungen Land auf dem indischen Kontinent.

Auch die Erlöse der gerade erschienene Doppel-DVD „The Concert For Bangladesh – George Harrison and Friends“ kommen den dortigen Kindern zugute – und der 5.1-Sound des sorgfältig restaurierten Mitschnittes ermöglicht jetzt eine Wiederbegegnung mit jener „Mutter aller Pop-Benefizkonzerte“. Wir sehen und hören eine trotz kürzester Probenzeit großartig groovende Band mit den Harrison-Klassikern „My Sweet Lord“, „While My Guitar Gently Weeps“, „Here Comes The Sun“ und „Something“ sowie einen erstaunlich jungen Bob Dylan und den hinter einer Zottelmähne versteckten Eric Clapton.

Als Zugabe gibt es bisher unveröffentlichte Teile vom damaligen Abend sowie vom Soundcheck und der öffentlichen Generalprobe am Nachmittag des 1. August 1971. Und natürlich Ravi Shankar und seine drei musikalischen Begleiter, was allein diese Veröffentlichung rechtfertigt, denn Shankar wurde erheblich seltener bei seinen Auftritten gefilmt als etwa George Harrison oder Bob Dylan.

[Karl Günter Rammoser]

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www.theconcertforbangladesh.com

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