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Patrice im Interview

"Ich prangere banale Dinge an"

published: 04.08.2005

Bob Marley, Stevie Wonder, Marvin Gaye und Jimi Hendrix zählen zu seinen Vorbildern - Patrice (Foto: Public Address) Bob Marley, Stevie Wonder, Marvin Gaye und Jimi Hendrix zählen zu seinen Vorbildern - Patrice (Foto: Public Address)

Vor vier Jahren kannte Patrice hierzulande kaum jemand. Da hatte sich der Musiker in Frankreich bereits den Status eines viel beachteten Newcomers erspielt und trat in französischen Fernsehshows und als Headliner des dortigen „Inrocktupile“-Festivals auf. Inzwischen hat sich der Sohn eines Afrikaners auch in Deutschland eine solide Fangemeinde erspielt, woran vor allem ein Umzug nach Hamburg und die anschließende Aufnahme seines Debütalbums beim Yo-Mama-Label Schuld waren. Auf seinem neuen Album „Nil“ rührt der experimentierfreudige Musiker eine gelungene Mischung aus Pop, Soul, HipHop und Reggae an. Mit Scoolz sprach Patrice über „Nil“, die Tücken der Weltpolitik und Reggae-Klischees.

* Bist du spirituell?
„Auf jeden Fall. Ich denke jeder Künstler, der inspiriert wird, muss spirituell sein.“

* Ist es für dich wichtig, mit deiner Musik politisch Stellung zu beziehen?
„Ja, auf jeden Fall. Aber ich tue das nicht, weil ich nicht besonders informiert bin, was sich politisch abspielt. Sondern ich prangere ganz banale Dinge an, die einfach nicht richtig laufen. Dinge für die ich kein Genie sein muss, um sie zu sehen. Ich weiß nicht, was in der Weltpolitik abgeht. Da stellen Leute ‚International Rights’ auf, die dann von denselben Leuten wieder gebrochen werden. Und weil das eine Supermacht ist, ist es irgendwie okay. Die ganze Politik und dieser Schwachsinn sind auch nicht an die Leute gerichtet, die nachdenken, sondern an die Masse, die das dann auch glaubt, vor allem in Amerika. Das ist auch das Ziel. Es geht ja nicht darum, Sinn zu machen. Das gute an Musik ist: Musik ist ein bisschen wie eine Insel. Wenn du dir erst diesen Freiraum erspielt hast, den ich zum Glück habe. Musik ist, glaube ich, potentiell die größte Kraft. Denn du kannst sie nicht kontrollieren. Sie mobilisiert Tausende von Leuten. Und die haben in dem Moment ein Ziel, bilden somit eine Einheit. Wenn das passiert, dann hat das immer ein großes Potential zur Bewegung und Veränderung. Für junge Menschen und Teenies ist Musik richtungsweisend. Insofern ist Musik schon ein machtvolles Mittel.“

* In Deutschland sehen dich die Leute immer in der Reggae-Ecke, obwohl sich deine Musik aus vielen verschiedenen Elementen zusammensetzt. Siehst du dich selber auch in dieser Ecke?
„Nee, eigentlich nicht wirklich. Ich habe starke Reggae-Einflüsse und auch die erste Platte war sehr Reggae-lastig. Mit meiner zweiten Platte versuchte ich, mich ein bisschen aus dieser Ecke herauszuspielen. Ich glaube, das habe ich auch geschafft. Mit der dritten Platte ist relativ klar, dass das nicht nur Reggae ist. Das ist modernes Singer-Songwritertum. Ich sehe mich einfach als Künstler, dem es nicht um Stile geht, sondern einfach darum, Musik zu machen.“

* Viele Leute denken bei Reggae nur an Bob Marley. Dabei gibt es viele neue Einflüsse…

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