K-OS im Interview

„Das Mikrofon ist meine Waffe“

published: 29.08.2005

Hat mit HipHop-Klischees zu kämpfen: Rapper K-OS (Foto: Public Address) Hat mit HipHop-Klischees zu kämpfen: Rapper K-OS (Foto: Public Address)

„Ich bin ein Soul Musiker“, sagt der kanadische Shooting-Star K-OS über sich selbst. Bisher dachten seine Fans wohl eher, dass der Rap-Newcomer im HipHop zu Hause ist. Nicht umsonst wurde sein Erstlingswerk „Exit“ von der US-HipHop-Bibel „The Source“ zum besten des Jahres 2003 gekürt. Derart geadelt legte K-OS mit seinem zweiten Album nach, dessen Single „Crabbuckit“ auch in den deutschen Radiosendern rauf und runter lief. Der Ohrwurm, der auf einem Sample von The Cures „Lovecats“ basiert, machte deutlich: Der Kanadier setzt sich selbst keine musikalische Grenzen. Obwohl K-OS HipHop produziert, will er sich nicht festlegen. Und zählt auch einige Künstler zu seinen Lieblingen, die bei einem Rapper Anfang 20 eher überraschen: „Siouxsie The Banshees, The Clash, Cat Stevens, Linda Ronstadt, Olivia Newton-John und besonders gerne höre ich den Flintstones-Soundtrack“, erklärt K-OS.

Mit den Songwriter-Qualitäten seines aktuellen Albums „Joyfull Rebellion“ erinnert der überzeugte Single eher an Lauryn Hill, Wyclef Jean und The Roots, die er bereits auf deren letzter Tour unterstützt hat. Trotzdem spannt K-OS den Bogen zum amerikanischen Soul. „Ich sehe mich eher in der Tradition von Marvin Gaye oder Gill Scott Heron. Der Sohn eines Computer-Ingenieurs mit Wurzeln in Trinidad macht aber einen deutlichen Unterschied zwischen Amerikanern und Kanadiern. “Ich rede nicht wie eine Schwarzer aus den USA sondern wie einer aus Kanada. Das wird in den Medien immer gleichgestellt.“ Einen Unterschied, wie ihn auch Filmemacher Michael Moore in seiner Dokumentation „Bowling For Columbine“ anhand der stets offenen Türen feststellt, kann der Rapper nur bestätigen. „Ich war für eineinhalb Monate auf Tour und habe meine Tür nicht abgeschlossen. Als ich wiederkam war noch alles da.“ Logisch, dass K-OS bei so viel Friedfertigkeit über das Klischee vom HipHop-Gangster nur lachen kann.
„Ich bin wohl ein psychologischer Gangster. Ich stehle den Leuten nicht ihr Geld, sondern ihre Gedanken“, schmunzelt er. „Da habe ich schon eine Gangster-Mentalität. Das Mikrofon ist meine Waffe. Anstatt die Leute abzuknallen, sage ich: „Benutzt Wörter um in die Seelen der Menschen zu kommen.“

[Jörg]

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www.k-osmusic.com

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