William White

Mutiger Selfmade-Man

published: 31.08.2005

Sein Vater stammt von Barbados, seine Mutter aus der Schweiz - William White (Foto: Public Address) Sein Vater stammt von Barbados, seine Mutter aus der Schweiz - William White (Foto: Public Address)

Mutig, mutig. Am gleichen Tag, an dem Lenny Kravitz und Bruce Springsteen in diesem Sommer in Berlin ihre Konzerte gaben, stellte der aus Barbados stammende Wahl-Schweizer William White sein Solo-Debüt „Undone“ in der Hauptstadt vor. Zu einem Zeitpunkt, an dem sich andere Newcomer Zuhause vergraben und den etablierten Showgrößen den Vortritt gelassen hätten, überzeugte White sein Publikum mit einer Performance, die mal zurückhaltend, mal nach-vorne-gehend, aber immer mitreißend ausdrückte: Hier ist einer, der den Vergleich mit den Großen nicht scheuen muss, der beste Sänger/Songwriter-Qualitäten in sich vereint und gekonnt karibische Einflüsse mit Elementen aus Pop, Rock, Funk und Jazz mischt.

Kaum vorstellbar, dass der Vater einer Tochter vor noch gar nicht so langer Zeit als Sänger der Schweizer Rockband Liz Libido am Mikro stand, denn was White auf „Undone“ präsentiert, erinnert weniger an rebellischen Rock als an entspannten Surfersound à la Jack Johnson („Rain“), meisterhafte Marley-Melodien („Misfit“) oder Lenny Kravitz und Prince in Personalunion („So Much Love“). „Nachdem ich von Barbados in die Schweiz kam war es für mich ein wichtiger Schritt, bei Liz Libido mitzumachen, um überhaupt in der Szene Fuß zu fassen“, so William. „Nur war Rock auf Dauer nicht meine Richtung – auch wenn mich seine Energie immer faszinieren wird. Aber wenn du mit zwölf klassische Gitarre spielst und Bob Marley, Marvin Gaye oder Curtis Mayfield deine Helden sind, dann ist das Seelenvolle von Songs eben das, was letztendlich gewinnen muss.“

Von seinen Soloplänen ließ sich der sonst so besonnene William auch nicht durch finanzielle Engpässe oder fehlendes Kapital ablenken. So hat er „Undone“ nicht nur selbst geschrieben, sondern auch in Eigenregie finanziert, produziert und eingespielt. „Obwohl ich Verantwortung für meine Frau und mein Kind habe, musste ich dieses Album einfach machen. Zwar würde ich die beiden nie mit leichtsinnigen Projekten in Gefahr bringen, aber ich weiß, dass die Unsicherheit des Musikgeschäfts meiner Frau oft Bauchschmerzen bereitet.“
Grund dazu hat sie eigentlich nicht, denn was William White auf „Undone“ präsentiert ist eine musikalisches Kleinod mit internationalem Format, das ohne Frage den großen Durchbruch eines talentierten Newcomers bedeuten könnte.

[PA]

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www.williamwhite.ch

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