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Billy Corgan im Interview

„Ich habe einen schlechten Ruf"

published: 31.08.2005

"Wenn ich besser aussähe, wäre ich öfter in Zeitschriften.“ - Billy Corgan (Foto: Public Address) "Wenn ich besser aussähe, wäre ich öfter in Zeitschriften.“ - Billy Corgan (Foto: Public Address)

Das Soloalbum hatten alle schon erwartet, als Mastermind Billy Corgan die Smashing Pumpkins 2000 auflöste. Damals kam das Projekt Zwan dazwischen. Vor wenigen Tagen kam Billys erstes Soloalbum „The Future Embrace“ heraus. Um dafür ein wenig die Werbetrommel zu rühren, kam der sonst oft als schwierig und menschenscheu verschriene Eigenbrödler eigens nach Deutschland. Billy verrät im Scoolz-Interview, was der wahre Grund für die Trennung der Smashing Pumpkins war und warum es doch noch eine Chance für eine Reunion gibt.

* Nachdem ich einen Blick auf das Pressefoto geworfen hatte, habe ich eigentlich erwartet, dass du einen richtigen Bart hast...
Billy Corgan: „Oh, die haben ein ganz altes Foto von mir benutzt, das ist zwei Jahre alt. Ich habe keine Ahnung, warum das alte Foto veröffentlicht wurde. Jetzt habe ich keinen Bart mehr!“

* Warum hast du ihn abrasiert?
„Weil ich ohne Bart besser aussehe!“

* Aber heute hast du Stoppeln. Rasierst du dich nicht gerne?
„Nein, ich hasse es! Es ist so langweilig. Alles, was langweilig ist, mag ich nicht.“

* Oh, das ist dann aber nicht so praktisch bei deiner Frisur, dem blitzblank rasierten Kopf. Heute trägst du eine Mütze - wieso?
„Mir ist kalt. Frisch rasiert bin ich aber trotzdem (Corgan lupft kurz seine Kopfbedeckung).“

* Du machst einen sehr netten Eindruck. Warum haben mich eigentlich alle vor dir gewarnt?
„Ich habe einen wirklich schlechten Ruf. Meine Familie ist sehr gebildet und intelligent. So wurde auch ich erzogen. Es ist immer noch schockierend für mich als Musiker, dass die Welt um mich herum so dumm ist: Die Leute stellen dumme Fragen, reden über dummes Zeug. Deshalb ist meine erste Reaktion, einfach alles erst einmal dumm zu finden. Aber das kann man nicht machen, weil man ja nicht selbst die Artikel schreibt. Wenn du einem Journalisten sagst, er sei dumm und stelle dumme Fragen, dann wird er dich sicherlich in seinem Artikel als Arschloch bezeichnen. So bekommst du einen bestimmten Ruf. Der nächste Journalist kommt dann und fragt dich, wieso du so bist und greift dich an. Und dann antworte ich: ‚Fuck you, fuck you!’ So wird es schlimmer. Mitte der 90er war ich als der arrogante Durchgeknallte seiner Generation abgestempelt.“

* Deine Musik bedeutet dieser Generation etwas. Würdest du sagen, dass du jetzt persönlich woanders stehst als damals?
„Absolut. Völlig woanders und das ist absolut persönlich. Das hat nichts mit der Band zu tun, oder damit, nicht in der Band zu sein. Das hat nur etwas mit mir selbst zu tun.“

* Was ist heute anders?
„Lange Zeit war für mich Glücklichsein an Erfolg geknüpft. Wenn es meiner Band gut ging und wir gut spielten, ging es mir gut - und umgekehrt. Ich hatte nichts anderes in meinem Leben, das mir irgendeine Grundlage geben konnte. Das ist jetzt anders. Und deshalb kann ich so hier sitzen, weil ich keine Agenda habe.“

* Was ist passiert, das diesen Wandel ausgelöst hat?

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