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Ziggy Marley im Interview

“Bob war ein strenger Dad”

published: 13.05.2003

Ziggy Marley im Interview (Foto: Public Address) Ziggy Marley im Interview (Foto: Public Address)

Dreadlocks, Rastafari-Farben und Reggae – Attribute, die seit Jahrzehnten untrennbar mit Bob Marley verbunden sind. Auch Ziggy Marley, Sohn der jamaikanischen Legende, und The Melody Makers, bestehend aus weiteren Geschwistern der Großfamilie, durften nach dem Tod des Vaters auf keiner großen Reggae-Veranstaltungen fehlen. In den letzten Jahren war es allerdings eher ruhig um die musikalischen Brüder und Schwestern geworden. Lediglich Steve Marley konnte, zusammen mit seiner Frau Lauryn Hill, den Liedern des berühmten Vaters noch einmal zu Charterfolgen verhelfen. Warum Ziggy Marley jetzt alleine Musik macht, wie er es mit dem Haschkonsum hält und warum Bob ein strenger Vater war, das hat er im Interview verraten.

Warum hast du dich dazu entschlossen, ein eigenes Album aufzunehmen?
“Wir haben lange nichts als Gruppe zusammen gemacht und ich habe einfach allein mein Ding gemacht. Musik ist nämlich das Einzige, was ich machen kann und will.”

Aber deine Brüder und Schwestern haben dich doch bestimmt unterstützt?
“Natürlich.”

Dein Album heißt “Dragonfly” – die Libelle ist ein Tier mit ganz besonderer Symbolbedeutung...
“Ja, es kann beispielsweise Glück bedeuten. Der gleichnamige Song ist auch etwas ganz Besonderes für mich, ich wurde wirklich von einer Libelle dazu inspiriert. Ich saß in meinem Garten, die Libelle kam angeflogen und blieb direkt vor meinem Gesicht in der Luft stehen. Wir haben uns beide angeschaut und ich habe mir gedacht: ´He, was macht diese Libelle direkt vor mir und warum guckt sie mich so an?` Ich habe dann später erfahren, was eine Libelle für eine Symbolik verkörpert und schwups hatte ich den Songtitel.”

in anderer Song beschäftigt sich mit Selbstbetrug. Gab es eine Zeit in deinem Leben, in der du das Gefühl hattest, nicht ehrlich zu dir selbst zu sein?
“In meiner Vergangenheit, in meinem Privatleben, gab es bestimmte Situationen, die mir nicht gefallen haben.”
Was für Situationen?
“Beziehungen. Es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass ich mich daraus befreien muss und mein Leben leben muss.”

Hast du dich nicht daraus befreit, weil Kinder mit im Spiel waren?
“Ja, das war auch ein Grund. Aber hey, nun ist alles cool.”

Cool in einer Beziehung oder cool alleine?
“(Lacht) - Cool in jeder Hinsicht.”

Viele deiner Texte setzen sich mit dem Thema Krieg auseinander?
“Es wird immer Krieg auf dieser Welt geben. Wir Rastafaris mögen natürlich keinen Krieg, aber so funktioniert nun einmal die Welt.”

Nutzt ein Rastafari eigentlich ständig Hasch, um sein Bewusstsein zu erweitern oder auch andere Drogen?
“Ich weiß, dass Drogen gefährlich sind. Und was ganz wichtig ist: Man sollte den eigentlichen Grund nicht aus den Augen verlieren; Gras ist Medizin. Die ganzen Jugendlichen, die täglich rauchen, machen sich selbst kaputt. Zu viel zu rauchen ist wirklich schlecht für die Gesundheit.”

Aber du rauchst doch!
“Aber nicht soviel. Einmal die Woche oder einmal im Monat – das ist die richtige Dosis.”

Viele Leute stellen sich Bob Marleys Kinder als eine große Gemeinschaft vor, die zusammen auf Jamaica lebt...
“Nein, wir wohnen nicht zusammen und leben auch nicht auf Jamaica. Wir sind auf die ganze Welt verteilt, leben in den Staaten, in England...”

Ich habe gelesen, dass es deinem Vater sehr lieb gewesen wäre, wenn du und deine Geschwister Anwälte geworden wärt und keine Musiker...
“Nein, das stimmt nicht. Er war sehr streng, wenn es um die Schulausbildung ging. Er und meine Mutter wollten, dass wir schnell das ABC lernen und eine gute Ausbildung haben, bevor wir uns mit Musik beschäftigen.”

Vermisst du deinen Vater manchmal?
“Nein, ich kann ihn ja immer sehen, wenn ich will. Er kommt mich manchmal besuchen, denn er ist ein Teil von mir.”

Gibt es Dinge, die dir richtig auf die Nerven gehen?
“Ja, wenn Leute mich beurteilen oder meine Persönlichkeit einschränken und nicht merken, dass ich viel mehr bin. Beispielsweise, wenn Leute meine Musik beurteilen. Woher wollen andere Menschen wissen, wer ich bin und was ich kann? Das weiß nur ich selbst. Weißt du, was ich am liebsten mache?! Als ich klein war, habe ich Kühe gehütet und ich liebe es heute, im Garten zu arbeiten oder ein Feld zu bestellen. Heute habe ich natürlich keine Zeit dafür, ich reise viel. Aber Reisen liebe ich genauso.”

Aber eines Tages möchtest du vielleicht gerne ein Bauer sein?
“Ja, man! Ich liebe den Geruch von Erde. Und wenn man ein Saatkorn pflanzt, dann entsteht daraus so etwas Großes. Das wir dazu in der Lage sind, dass ist so eine schöne Sache. Genauso, wie es eine Aufgabe ist, Liebe mit Musik in die Herzen der Menschen zu pflanzen.”

[PA]

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Links

http://www.ziggymarley.com

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