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Mattafix

„Jeder Kampf bringt neue Kraft“

published: 30.11.2005

Soundtüftler Preteesh und Mastermind und Sänger Marlon sind Mattafix (Foto: Public Address) Soundtüftler Preteesh und Mastermind und Sänger Marlon sind Mattafix (Foto: Public Address)

Wer sind die beiden Londoner hinter Mattafix, die sich für ihr Debüt-Album „Signs Of A Struggle“ maximal Underground-Chancen ausrechneten, bevor die erste Singleauskopplung „Big City Life“ europaweit die Top-Ten der Charts eroberte? Mattafix, das sind der gebürtige Londoner und in der Karibik aufgewachsene Marlon Roudette und Preteesh Hirji, dessen Wurzeln in Indien liegen.

Kennen gelernt haben sich die zwei vor rund fünf Jahren, als Preteesh in einem Londoner Studio mal wieder dabei war, dem Album irgendeines Musikers den letzten Schliff zu verleihen und Marlon in ebendiesem Studio Freunde besuchte. Marlon und Preteesh freundeten sich an, tauschten Adressen aus und trafen sich vor knapp zwei Jahren wieder, um endlich ihren eigenen Ideen Leben einzuhauchen – textlich wie musikalisch.

Rund ein Jahr arbeiteten die beiden an „Signs Of A Struggle“. Und obwohl die meisten Songs aus ihnen „heraus sprudelten, gab es manchmal ganze Wochen, in denen nichts passierte“, so Mastermind und Sänger Marlon. „Teilweise war ich richtig panisch und dachte nur: Oh mein Gott, ich habe eine Schreibblockade, wir bekommen nie ein ganzes Album zusammen.“ Doch Mattafix wären nicht Mattafix, wenn sie nicht auch mit solchen Tiefschlägen fertig werden würden. Die beiden Jungs sind Kämpfertypen, bei denen der Bandname Programm ist - schließlich leitet er sich von dem in der Karibik gebräuchlichen „matter fixed“ ab. Was so viel bedeutet wie „no problem“. Mattafix schließen nicht die Tür vor Problemen, sondern sperren Augen und Ohren weit auf, um Hintergründe zu erfahren und sich später in ihrer Kunst damit auseinanderzusetzen. Sind die Melodien auf „Signs Of A Struggle“ weder hart noch zerstörerisch oder aufwühlend, sondern wirken mit einer ausgewogenen Mischung aus R’n’B, HipHop oder Reggae mit Blueseinschlag eher tragend, so stellen sich die Texte als oft sperrig und stets kritisch heraus. „Wenn man wie wir täglich Zeitung liest und sich mit den sozialen und kulturellen Barrieren innerhalb Europas auseinandersetzt, sei es auch nur, weil man selber genug dumme Sprüche über sich und seine Herkunft ergehen lassen musste, beeinflusst das eben auch die Songs“, sagt Marlon. „Wir wollen nicht um jeden Preis gefallen. Dafür gibt es Castingshows. Aber lange können sich die Leute zuhause in ihren Wohnzimmern nicht mehr vor den Problemen in Europa verstecken. Paris ist dafür das beste Beispiel. Doch das die Missstände, die wir in unseren Songs ansprechen so schnell und gewaltig in Frankreich sichtbar wurden, hat uns selber erschreckt.“
Doch reflektieren können Marlon und Preteesh diese Ereignisse derzeit kaum. „Seit unsere Single so erfolgreich ist, ist nichts mehr wie früher. Wir haben kaum Zeit zum Nachdenken. Aber so langsam gewöhnen wir uns an den Trubel“, so Preteesh, der nur ungern zugibt, dass sein Name übersetzt so viel wie „Liebe“ bedeutet. „Wir lernen auch, gegen uns selbst und den inneren Schweinehund des Erfolgs anzukämpfen – und das ist gut so, denn jeder Kampf bringt neue Kraft und macht uns bewusst, dass es bei der Musik nicht um Ruhm geht, sondern darum, die Möglichkeit zu nutzen, so viele Menschen wie möglich zum Nachdenken zu bringen. Wenn wir das schaffen, helfen wir vielleicht dabei, wenigstens einige kleine Probleme aus dem Weg zu räumen – Mattafix eben.“

[Sonja]

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Links

www.mattafix.com

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