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Doors-Organist Ray Manzarek im Interview

Bei den Doors für Ordnung zuständig

published: 03.04.2006

Ray Manzarek (Foto: Public Address)Ray Manzarek (Foto: Public Address)

Die Doors haben sich ihren Platz auf dem Rock-Olymp längst erobert. Daran hat vor allem Jim Morrison Anteil, der 1971 viel zu jung starb und zu einer Ikone wurde. Kultstatus war der Band also garantiert, Morrisons Grab auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise ist heute sogar Pilgerstädte für Kids, die zu Zeiten von Doors-Hits wie „Light My Fire“ oder "Break On Through (To The Other Side)" noch nicht auf der Welt waren.

Ray Manzarek (Foto: Public Address)Ray Manzarek (Foto: Public Address)

Dabei kamen die Doors-Mitglieder eher aus der Filmbranche. Als sich die beiden Filmstudenten Ray Manzarek und Jim Morrison am Strand von Venice in Kalifornien zur Gründung einer Band entschlossen, hat wohl keiner der beiden geahnt, welchen Stellenwert die Band in der aufkommenden Flowerpower-Generation einnehmen würde. Mit John Densmore am Schlagzeug und Robbie Krieger an der Gitarre fanden Manzarek und Morrison schnell Mitstreiter. Es folgte der Aufstieg zu einer der größten Bands der 60er und 70er Jahre. Leider wurde dieser Erfolg von Morrisons selbstzerstörerischen Lebenswandel begleitet. Schwer gezeichnet von Alkohol und Drogenkonsum, starb der charismatische Frontmann 1971 nach nur fünf Alben und sechs Jahren mit der Band.

Das alles ist über 30 Jahre her. Nach dem erfolglosen Versuch, die Band ohne Morrison weiterzuführen, lösten sich die Doors 1973 auf. Es wurde still um die einzelnen Mitglieder. Bis Ray Manzarek und Robbie Krieger Anfang des neuen Jahrtausends ein Comeback starteten. 2004 folge eine Welttournee. Ohne Drummer Densmore, der nicht mehr ohne Morrison auftreten will, gingen beide nach Streitereien um den Bandnamen als “Riders On The Storm” auf Tour. Als Sänger spannten sie Ex-Cult-Frontmann Ian Astbury ein. Im April werden die Riders On The Storm auch in Deutschland auftreten. Diesmal sogar mit einem Bassisten. Dieser Part wurde in der Originalbesetzung durch den charakteristischen Orgelsound von Ray Manzarek ersetzt, ein Novum in der Rock-Welt.

Im Interview spricht der Musiker über den Doors-Kinofilm, sein Verhältnis zu Drogen und natürlich über Jim Morrison.

Mr. Manzarek, wie kommen sie mit der Tatsache zurecht, dass trotz ihres einzigartigen Orgelsounds Jim Morrison derjenige ist, an den die ganze Welt in Zusammenhang mit The Doors denkt?
Ray Manzarek: „Ohne mein Orgelspiel hätten die Doors sicher anders geklungen. Aber Jim war nun mal der Sänger und der bekommt immer die ganze Aufmerksamkeit. Jim hat das angenommen. Ich wusste das schon, als wir die Band am Strand von Venice gegründet haben. Ich hatte gerade den Abschluss von der Uni in der Tasche und Jim hatte schon ein paar tolle Songs geschrieben. Er sah damals super aus und ich dachte: Der wird ein Star, die Mädchen werden ihn lieben. Und genau das ist passiert.“

Erinnern Sie sich noch, wo sie waren, als sie von seinem Tod erfahren haben?
„Ja, ich war zu Hause am Frühstückstisch mit meiner Frau. Ich war sehr traurig und konnte nicht begreifen, dass das passiert war. Ich dachte erst, dass es nur ein weiteres blödes Gerücht sei. Kurz davor gab es schon ein Gerücht, das Paul McCartney angeblich tot sei. Aber bei Jim stellte sich das Gerücht als wahr heraus. Das war ein sehr trauriger Tag in meinem Leben.“

Kam die Nachricht für Sie überraschend?
„Es war nicht gerade eine Überraschung. Er war in einem schlechten Zustand und hatte viel getrunken. Das hat ihn vermutlich umgebracht.“

Trotzdem haben Sie sich nun zu einem Comeback entschlossen. Warum haben Sie so lange damit gewartet?
„Das war doch nicht lange. Das hat nur 30 Jahre gedauert. Von mir aus betrachtet, ist das nicht lange. Wir habe uns eben jetzt zu einem Comeback entschlossen. Vielleicht liegt das an den Sternen. Wer weiß schon, warum Dinge geschehen?“

Nach dem Ende der Doors haben Sie ein paar Soloalben veröffentlicht. Haben sie danach noch Musik gemacht?
„Ja, ich habe mit Michael McClure gearbeitet. Wir haben Poesie- und Klavierimprovisationen gemacht. Gedichte und Jazz. Ich habe auch Bücher geschrieben und einen Film gemacht.“

Sie und Jim Morrison habe ja beide an der Filmschule in Los Angeles studiert. Es kam aber nie zu einem gemeinsamen Film...
„Ja, ein Film hätte sicher Spaß gemacht. Das wäre noch eine weitere künstlerische Betätigung gewesen. Aber leider ist er vorher gestorben. Also Leute, lasst die Finger vom Alkohol und trinkt nicht zu viel!“

Nun sind Sie ja wieder mit einer Band auf Tour. Welchen Unterscheid gibt es zwischen dem Tourleben damals und heute?
„Es gibt keinen. Es ist genau wie damals. Ich gehe auf die Bühne und spiele meine Musik. Das Publikum ist da und will auf eine kosmische Reise gehen. Es liegt an dir, sie mitzunehmen. Heute singt bei uns Ian Astbury von The Cult.“

Warum haben Sie den als Sänger ausgesucht?

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www.thedoors.com

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