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CD-Tipp

TOMTE – „Buchstaben über..."

published: 07.02.2006

TOMTE - "Buchstaben über der Stadt"  (Foto: Grand Hotel van Cleef) TOMTE - "Buchstaben über der Stadt" (Foto: Grand Hotel van Cleef)

Ohne Zweifel tut den fünf Hamburger Jungs von TOMTE der Aufenthalt im Grand Hotel Van Cleef gut. Richtig gemütlich scheint es sich die Truppe um Sänger Thees Uhlmann unter dem Dach ihrer eigenen Plattenfirma gemacht zu haben. Zusammen mit den Kollegen von Kettcar teilt man sich die Herrschaft über das Label. Offenbar nähern sich die Bands auch musikalisch immer mehr an. Denn noch mehr als Kettcar verabschieden sich TOMTE auf „Buchstaben über der Stadt“ vom Garagen-Sound der Anfangstage. Stattdessen strotzt die neue Scheibe nur so vor melodiösem Gitarren-Pop und poetischer Sanftheit.

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Dass Thees Uhlmann ein Händchen für Texte aller Art hat, hat er nicht nur auf den Vorgänger-Alben bewiesen, sondern auch in seinen Veröffentlichungen in diversen Musikmagazinen. Das Talent für pragmatische Formulierungen, die scheinbar so gar nicht zum Rhythmus von gitarrenlastiger Popmusik passen, wird auf dem vierten Album der Hanseaten von Uhlmann weiter gepflegt. Die Texte wirken präziser den je, erhalten sich aber immer den Charme der Hamburger Schule. New York wird von Uhlmann schlicht und einfach als „Stadt mit Loch“ beschrieben, Songtitel („Sie lachen zurecht und wir lachen auch“) oder Textzeilen („Wir tendieren einfach zu glauben…“) klingen sperrig wie unhandliche Gepäckstücke.

Die scheinen für Uhlmann Antrieb zu einigen Songs gewesen zu sein, denn der Hamburger ist gerade nach Berlin gezogen. Um Abschied, Freundschaft und Heimat dreht sich der Text von „Was den Himmel erhellt“. In dem großartigsten Song benutzt der TOMTE-Chef dann auch einmal mehr seine geliebten Metaphern von Städten, Häusern, Menschen und urbanem Leben, die sich durch das gesamte Album ziehen und schon beim Vorgänger, „Hinter all diesen Fenstern“, auffielen.

So sahen TOMTE aus, als sie noch zu viert waren. (Foto: Public Address)So sahen TOMTE aus, als sie noch zu viert waren. (Foto: Public Address)

Ein herausragender Song gelingt TOMTE mit dem melancholisch-schönen Liebeslied „Ich sang die ganze Zeit von dir“. Der poetische Refrain „Auf einem Platz in meinem Herz steht dein Name an der Wand und ich will, dass du es erfährst“ lässt wohl keinen kalt, wirkt aber im Song nie kitschig. Trotz aller poppigen Poesie erinnert „Wir fragten deinen Dealer“ an alte Garagen-Zeiten wie auf „Eine sonnige Nacht“, dem zweiten Album der Hamburger, die sich nach einem Kinderbuch von Astrid Lindgren benannt haben.

Mit „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ gelang Kettcar letztes Jahr deutschlandweit der Durchbruch. Lange spielte keine deutsche Band mehr zwei ausverkaufte Konzerte hintereinander in der Großen Freiheit in Hamburg. Den bekannten Club auf der Reeperbahn haben TOMTE jetzt schon mal für April gebucht.

[Jörg]

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Links

www.tomte.de
Hier geht es zur Homepage des Labels Grand Hotel van Cleef.

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