Game-Rezension

"Torino 2006"

published: 17.02.2006

Torino 2006 ist für PC, PS2 und Xbox erhältlich.  (Foto: Take 2) Torino 2006 ist für PC, PS2 und Xbox erhältlich. (Foto: Take 2)

Seit dem 10. Februar geht es in der Sportwelt mal wieder um das olympische Gold. Die Wettkämpfe in winterlichen Disziplinen wie Bobfahren, Skispringen oder Biathlon finden dieses Jahr in der italienischen Stadt Turin statt. Oder, wahlweise für jeden Frischluftallergiker, auf der heimischen Couch, denn mit „Torino 2006“ gibt es das Spiel zum Event.

Nachdem in den 80er Jahren der Klassiker aller Olympia-Spiele, Epyx’ „Winter Games“, erschien, konnte kein olympischer Pixelwettstreit mehr so überzeugen. Natürlich versucht es alle vier Jahre wieder ein Studio - diesmal sind es die Sportspezies von 2k Sports - doch bislang nur mit leidigem Erfolg. Die Spiele wirken seit jeher blutleer und zu simpel gestrickt. Klar, das Verkaufsargument Olympia ist weltweit unschlagbar, doch es garantiert noch lange nicht für Spielspaß an PC oder Konsole.

Im Segment der Sportspiele haben sich einige Standards durchgesetzt, die von den Entwicklern der Olympia-Spiele konsequent ignoriert werden. So ist es, nicht nur bei Fun-Sportspielen, üblich, dass man sich seinen eigenen Charakter erschaffen kann und diesen dann in seiner Karriere von klein auf begleitet. So entstehen eine Personalisierung und eine Bindung zum „virtuellen Selbst“. Die Klone der Olympia-Mannschaften vermögen diese Bindung nicht zu erreichen und auch die mangelnde Entwicklung stört massiv: Ich kann meine Figur nicht trainieren, sie hat weder Schwächen noch Stärken.

Torino 2006 ist für PC, PS2 und Xbox erhältlich. (Foto: Take 2)Torino 2006 ist für PC, PS2 und Xbox erhältlich. (Foto: Take 2)

Hinzu kommt, dass die meisten Sportspiele mittlerweile eine detaillierte Steuerung für die Events aufweisen und so entweder den irrealen Spaß- oder den Realismus-Faktor erhöhen, je nach Genre. Bei „Torino 2006“ dagegen ist die Steuerung extrem einfach gestrickt. Das hat den Vorteil, dass selbst Oma das Spiel steuern kann, bedeutet aber auch, dass das Spiel für echte Gamer schnell langweilig wird. Hier sind keine sonderlich große Herausforderung und keine dauerhafte Bindung an das Spiel gegeben.
Zur Massenkompatibilität des Spiels gehört auch, dass es weder einen Soundtrack, noch eine aufwendige Menüführung oder gar sportfremde Herausforderungen gibt, wie man ihn aus dem Funk-Genre kennt. Alles ist geradeaus und übersichtlich - eben vollkommen auf den Nicht-Gamer als Zielgruppe ausgelegt, was nur im Kopf eines Marketing-Experten Sinn ergibt. Wer außer Gamern wird sich ein Videospiel kaufen? „Torino 2006“ ist ein solides Sportspiel für den Videospiel-Anfänger, die Grafik ist nett aber unbeeindruckend, die Steuerung einfach zu erlernen und selbst die komplette Olympiade ist in circa einer Stunde durchzuspielen. Wer also auch Mutti mal von den Vorzügen einer Spielekonsole überzeugen möchte, der kann hier voll punkten. Wer jedoch an einem dauerhaften Spaß an Pixelschnee und sportlicher Betätigung per Tastendruck interessiert ist, der sollte sich entweder an Fun-Sportspiele wie „Amped“ oder „SSX“ halten, oder auf die realistischeren Varianten wie „RTL Skispringen“ zurückgreifen.

[Lars]

Amazon

Links

www.take2.de

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung