CD-Tipp

Anti-Flag – „For Blood and Empire”

published: 05.04.2006

Anti-Flag – „For Blood and Empire” (Foto: Red Ink) Anti-Flag – „For Blood and Empire” (Foto: Red Ink)

„Fuck off“, „Stand up for democracy“ und „Sound off - be the voice of a generation“ stehen als Parolen für die Klarheit, mit der Anti-Flag zur Bewegung aufrufen: zum einen zum Pogo Tanzen, zum anderen zum Protest gegen die politische Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Botschaften verbreitet die Band, die sich 1988 in Pennsylvania gründete, auch mit der neuen Scheibe „For Blood And Empire“.

Schon der erste Song „I'd Tell You But...“ zeigt, dass sich die authentischen Punkrocker auch vom neuen Major-Label RCA/Sony BMG nicht haben weichwaschen lassen. „Für Anti-Flag steht die Politik im Vordergrund“, betont Sänger Justin Sane. Wer diese Einstellung ehrlich meint, verkauft seine Seele eben nicht so schnell wie es einige Kritiker durch den Wechsel der Plattenfirma schon kommen sahen. Dass Anti-Flag ihre Parolen nicht nur leer dahergrölen, ist auch am außermusikalischen Engagement der Vier abzulesen: Amnesty International, Military Free Zone und PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) sind alles Organisationen, die von Anti-Flag unterstützt werden.

Die Wut und den Ärger über das Verhalten der Politiker im Irak-Krieg hat die Band diesmal in ein beeindruckendes und explosionsartiges Album gepackt. Nach dem für Anti-Flag typisch heftigen Opener „I'd Tell You But....“ kleiden sie „The Press Corpse“ in eingängige Ska-Klänge. Auch nicht zu kurz kommen Mitgröhl-Stücke, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. Deshalb wird „Hymn For The Dead“ wohl eine Hymne für die nächste Anti-Bush-Demo werden. Mit „This is The End (For You My Friend)“ und „One Trillion Dollars“ wird es etwas ruhiger, allerdings tönt die Aussage umso stärker: „One trillion dollars buying bullets, buying guns, one trillion dollars in the hands of killers and thugs.“ Mit Reggae-Rhythmen unterlegt, erklingt „The W.T.O. Kills Farmers“, der auch mehrstimmigen Passagen enthält.

Trotz der politischen Message, die im Vordergrund steht, erreichen Anti-Flag mit ihrer vielfältigen Musik auch den nicht so radikal politisch eingestellten Hörer. Mit diesem Album ist bewiesen, dass echter linker Punk musikalisch aussagekräftig weiterlebt - und sich nicht zwangsweise dem Mainstream unterwerfen muss, um gehört zu werden.

Tourdaten
29.04.2006 B-Meerhout/Groezrock Festival
02.05.2006 Saarbrücken/Garage
03.05.2006 Stuttgart/LKA
04.05.2006 München/Elserhalle
05.05.2006 Wiesbaden/Schlachthof
06.05.2006 NL-Amsterdam/Wasted Festival
15.05.2006 Köln/Live Music Hall
18.05.2006 Lindau/Club Vaudeville
19.05.2006 CH-Zürich/Dynamo

[Alexandra Lauck]

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Links

www.anti-flag.com
www.forbloodandempire.de

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