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CD-Tipp

Placebo - "Meds"

published: 15.03.2006

Placebo - "Meds"  (Foto: Virgin) Placebo - "Meds" (Foto: Virgin)

Es ist wichtig, dem richtigen Album beim ersten Mal in der richtigen Stimmung zu begegnen. Es ist wichtig, Erinnerungen mit bestimmten Songs in die Gegenwart zurückzuholen. Es ist wichtig, mit einem Album seine Welt intensiver zu fühlen. Und manchmal ist es einfach nur wichtig, Placebo zu hören, um sich gesichert in alle Facetten der Traurigkeit fallen lassen zu können, um danach glauben zu können, geheilt zu sein.

„I was alone, falling free, trying my best not to forget“ erklingt nach dem vertrauten Placebo-Gitarren-Intro auf dem ersten Track des neuen Albums „Meds“ (kurz für „Medication“, was so viel heißt wie „verordnete Behandlung“ oder auch „Medizin“). Schlägt man das Booklet auf, kann man der Illusion nicht entkommen, dass der schönen halbnackten Frau, die sich in einem leeren Raum bewegt, die düstere Frauenstimme gehört, die immer wieder „Baby, did you forget to take your meds“ singt. In der Welt, in die man jetzt gezogen wird, spielt es auch keine Rolle mehr, dass eigentlich Alison Mosshart (The Kills) die Begleitstimme singt.



Traurigkeit ist oft ein sich zuspitzender Prozess. „Infra-Red“ erfüllt seine Funktion, indem es den Körper mit kontrollierter Wut zu füllen versteht. Um diese Energie rauszulassen, bedarf es eines Ventils, welches mit „Drag“ folgt. Die Bilder dazu sind eine dieser seltenen Nächte in guten Clubs, an denen zum richtigen Zeitpunkt der richtige Song gespielt wird und du dich mit der Musik bewegst.

Bei „Space Monkeys“ weiß man endgültig, dass man sich in einer anderen Realität befindet, die man nur noch mit der Musik teilt. Bassist Stefan Olsdal (Bass) kann sich, wenn er das Lied hört, „nicht erinnern, es jemals gespielt oder aufgenommen zu haben“. Es ist, als würde er „eine andere Band hören“. Das Stück wecke in ihm „sehr starke Gefühle“.

Nachdem die Energie mit „Drag“ auf den Höhepunkt zutrieb, kann man sich in „Follow The Cops Back Home“ sanft fallen lassen. Von dem mit „It's in the water, baby“ beginnenden Track will man nicht, dass er an dieser Stelle platziert ist, da man gerade noch so melancholisch war und jetzt zurück zur Aggression geführt wird. Aber die Traurigkeit birgt ja ungeahnte Abgründe in sich, vor denen man fliehen möchte. Abreagieren kann man sich bei „Because I Want You“, der neuen Single.

Du wirst spätestens dann spüren, wie abhängig du von diesem Album bist, sobald „Pierrot The Clown“ dich mit seiner Ruhe wieder zum Schweigen bringt und dich die Stimme von Michael Stipe (R.E.M.) im Duett mit Placebo-Sänger Brian Molko bei "Broken Promise" in die Wellen der Traurigkeit wirft, aber nicht ertrinken lässt. Wenn „In The Cold Light Of Morning“ erklingt, hast du die Idee längst verworfen, die Stopp-Taste zu drücken, um dem Strudel voller Emotion zu entkommen, und du fühlst mit Placebo zusammen bis zum „Song To Say Goodbye“.

Wenn du dich jetzt besser fühlst, hat der Begriff "Placebo-Effekt" eine neue Bedeutung bekommen. Traurigkeit ist eben eine Krankheit, für die es nur eine Medizin gibt: "Meds".

[Alexandra]

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PLACEBO (353 Videos)

This is the official YouTube channel of Placebo, on this channel you will find all of the official video content from the band including music videos, full album playlist, live show footage and more. PLACEBO was formed in London in 1994 by singer-guitarist Brian Molko and guitarist-bassist Stefan Olsdal. The band has released 7 studio albums to date, including: Placebo - 1996 Without You I’m Nothing - 1998 Black Market Music - 2000 Sleeping with Ghosts - 2003 Meds - 2006 Battle For The Sun - 2009 Loud Like Love - 2013 Placebo have released over 30 singles, including tracks Nancy Boy, Pure Morning, Every You Every Me, Taste In Men, Without You I’m Nothing ft David Bowie, Slave To The Wage, Special K, The Bitter End, Meds, For What It’s Worth, The Never-Ending Why, Too Many Friends, Loud Like Love and many more. In 2016, Placebo will celebrate their 20th Anniversary of the release of their debut album. #PLACEBO20

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