Die Stimmen der drei Fragezeichen (Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Wawrczeck#mediaviewer/File:Die_drei_Fragezeichen_2011.JPG" target="_blank">von links nach rechts: Jens Wawrczeck, Oliver Rohrbeck und Andreas Fröhlich im Oktober 2011</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Maximilian_Sch%C3%B6nherr" target="_blank">Maximilian Schönherr</a> lizensiert durch <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0" target="_blank">CC BY 3.0</a>)Skin (Foto: Public Address)P!nk - "I′m Not Dead" (Foto: Sony BMG)P!nk - "I′m Not Dead" (Foto: Sony BMG)Günther Jauch bringt in seiner neuen Live-Show das Erste-Hilfe-Wissen der Fernsehzuschauer und seiner prominenten Gäste wieder auf Vordermann (Foto: Public Address)Peter und seine Sportfreunde Stiller sind alte Festivalhasen und längst kein Geheimtipp mehr (Foto: Public Address)Kindersoldat Tanza (Adama Bila) soll eine Schule sprengen.  (Foto: Concorde)

Skin im Interview

„Derb und schmutzig“

published: 22.04.2006

Auf ihrem neuen Album „Fake Chemical State“ stimmt Skin wieder gewohnt laute Töne an (Foto: Public Address) Auf ihrem neuen Album „Fake Chemical State“ stimmt Skin wieder gewohnt laute Töne an (Foto: Public Address)

In den 90ern surften Skunk Anansie ganz oben auf der Crossover–Welle. Das lag neben tollem Songmaterial wie „Hedonism (Just Because You Feel Good)“ oder „Selling Jesus“ sicher auch an Frontfrau Skin. Die charismatische Sängerin aus dem Londoner Mulit-Kulti-Stadtteil Brixton trug mit ihrer unverwechselbaren Stimme wesentlich zum Erfolg der Briten bei. Dabei war die Glatzenträgerin nicht nur Sängerin sondern mit ihren sozialkritische Texten auch Sprachrohr der Band. „Yes It´s Fucking Political“ heißt dann auch einer der Songs auf ihrem 96er Erfolgsalbum „Stoosh“.

Doch trotz gesellschaftskritischer Anliegen und etlichen Edelmetalls an ihrer Studiowand sind Skunk Anansie irgendwann am Ende. Am 18. April 2001 überrascht die Nachricht von der Trennung der Band die Fans. Was für Skin folgt, sind Jahre der Ruhe und ihr erstes Soloalbum, auf dem sie ihren Trennungs-Schock verarbeitet. Davon hat sich die Rockröhre aus London hörbar erholt. Auf ihrem neuen Album „Fake Chemical State“ stimmt Skin wieder gewohnt laute Töne an, die an selige Skunk-Anansie-Zeiten erinnern.

Auf der Bühne lässt das zierliche Persönchen gerne die Rockerin raus. Dass das nicht nur Attitüde ist, beweist Deborah Ann Dyer, so Skin bürgerlich, am Interviewtermin, den sie trotz heftiger Magenkrämpfe – vermutlich durch verdorbene Lebensmittel - antritt.

Hat früher Jazzsongs intoniert - Skin. (Foto: Public Address)Hat früher Jazzsongs intoniert - Skin. (Foto: Public Address)



Die Nachricht vom Ende von Skunk Anansie hat viele Fans überrascht. Was war passiert?
Skin: „Es gab viele Gründe. Einige klingen wie das typische Rock-Klischee. Einer aus der Band hatte so eine Yoko-Ono-Freundin. Wir hatten ein Drogen-Problem und einen Diktator. Am Ende gab es keinen bestimmten Grund. Die Chemie stimmte einfach nicht mehr.“

Das hört sich nach einer komplizierten Geschichte an…
„Ja, sehr kompliziert. Aber wir sind jetzt wieder Freunde.“

Wie war die Auflösung der Band für dich?
„Das war schrecklich und deprimierend. Ich hatte gedacht, wir würden für immer zusammen spielen. So wie U2.“

Dein erstes Soloalbum heißt „Fleshwounds“. Hast du damit den Split von Skunk Anansie verarbeitet?
„Ja, das war ein endgültiger Bruch. Mit vielen Dingen. Da war das Ende der Band, meine Beziehung zerbrach und ich bin in ein anderes Land gezogen. Es war ein sehr dunkles Album. Es war bestimmt auch ein Sprungbrett. Ich wollte etwas ganz anderes machen als mit Skunk Anansie. Aber ich wusste vorher, das es bei einigen gut ankommt und bei anderen nicht.“

Ist dein neues Album „Fake Chemical State“ eine Neudefinition von Skin?
„Ja. Das ist Skin, das ist mein Sound. Das ist so wie ich bin.“

Du hast über das Album gesagt, dass du damit etwas wie „Akne-Pickel zurück in die Popmusik“ holen möchtest. Kritisierst du mit dem Album die Pop-Branche?
„Ich habe nichts gegen den Begriff Popmusik. Ich mag Popmusik. Für mich ist mein Album auch ein Popalbum. Aber schau dir mal Bands wie Westlife an. Das ist Mist, die hassen sich selbst. Du kannst einfach keine sauberen Stars zusammenbasteln - das wollen aber diese ganzen Casting-Shows im Fernsehen. Sätze wie `Ein neuer Star ist geboren` sind Quatsch.“

Was magst du an einer Newcomer-Band wie Bloc Party, mit denen du ja befreundet bist?
„Ich mag die Unbekümmertheit, mit der sie ans Werk gehen. Das mag manchmal naiv erscheinen, aber sie haben ein Ziel.“

Könntest du dir vorstellen, mit ihnen zu arbeiten?
„Kele Okereke (Anm. d. A.: Sänger von Bloc Party) ist ein guter Freund. Aber die kommen auch gut alleine klar.“

Geht es auf „Fake Chemical State“ um Drogen?
„Der Titel wird immer zu wörtlich genommen. Ich hatte den Begriff irgendwann im Kopf, als ich die Chemical Brothers gehört habe. Und ich dachte, das ist ein cooler Titel für ein Album. Zu jener Zeit bin ich viel auf Konzerte gegangen und habe auch viel als DJ gearbeitet. Und ich dachte, dass alle möglichen Drogen in unserer Gesellschaft allgegenwärtig sind. Alkohol wird überall getrunken.“

Was ist deine Meinung zur Drogen-Politik?

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Amazon

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung