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„Das Leben der Bertha von Suttner"

published: 27.04.2006

Bertha von Suttner 1903 (Foto: 3sat/ORF)Bertha von Suttner 1903 (Foto: 3sat/ORF)

Ein Bild von Bertha von Suttner haben Österreicher mit dicker Geldbörse gerne mit sich herumgetragen: Ihr Portrait zierte den Tausend-Schilling-Schein der Alpenrepublik. Wer Bertha von Suttner wirklich war, wussten dagegen eher wenig Menschen. Die Adlige, die 1905 mit dem ersten Friedensnobelpreis der Geschichte ausgezeichnet wurde, erlangte mit ihrem Roman „Die Waffen nieder“ Ende des 19. Jahrhunderts Berühmtheit.
Dabei kam der Erfolg nicht über Nacht. Zuvor hatten mehrere Verlage das Antikriegsbuch abgelehnt. Erst durch einige anonyme Veröffentlichungen gelang es ihr, den Roman in kleiner Auflage herauszubringen. Der Erfolg war riesig. Von nun an engagierte sich die junge Schriftstellerin noch mehr für die aufkommende Friedensbewegung. Sie wurde zu einer ihrer Leitfiguren.

Die junge Bertha von Suttner an ihrem Schreibtisch (Foto:  ORF/Hans Leitner)Die junge Bertha von Suttner an ihrem Schreibtisch (Foto: ORF/Hans Leitner)

1891 wurde sie auf dem dritten Weltfriedenskongress in Rom zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt. Einen ihrer prägendsten Augenblicke erlebte von Suttner in Paris, wo sie den Industriellen Alfred Nobel traf, bei dem sie eigentlich eine Stelle als Sekretärin antreten wollte. Der Erfinder des Dynamits unterstützte die junge Frau im Kampf für eine friedliche Welt. 1905 erhielt sie schließlich den aus dem Vermögen Nobels gestifteten Preis, den sie selbst angeregt hatte.
Auch privat hatte die Österreicherin zu kämpfen. Bei ihrer ersten Anstellung als Gesellschafterin und Erzieherin der vier Töchter des Freiherrn von Suttner in Wien verliebte sie sich in den ältesten Sohn Arthur. Eine Beziehung zwischen Personal und Dienstherr war in der strengen Gesellschaftsordnung der damaligen Zeit nicht vorgesehen. Bertha wurde gekündigt. Gegen alle Widerstände traf sie sich mit Arthur weiterhin und heiratete ihn 1875 heimlich.
Die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gehörte zu den größten Kämpferinnen der pazifistischen Bewegung ihrer Zeit. Die Dokumentation von Edith Stohl und Klaus Hipfl aus der ORF-Reihe "DOKUmente" zeichnet den Weg der Schriftstellerin nach und zeigt, wie schwer es vor 100 Jahren für Frauen war, selbstbewusst einen eigenständigen Weg zu gehen.

„Das unglaubliche Leben der Bertha von Suttner” 29.04., 14.00 Uhr; 3sat

[Jörg]

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