TV-Tipp

„Die Angst im Visier“

published: 03.05.2006

Fregattenkapitän Hans Seyfried (links) im Gespräch mit einem Dorf-Ältesten. (Foto: HR/Galina Breitkreuz)Fregattenkapitän Hans Seyfried (links) im Gespräch mit einem Dorf-Ältesten. (Foto: HR/Galina Breitkreuz)

In Afghanistan riskieren deutsche Soldaten täglich ihr Leben für den Frieden. Am Tag bevor Militärpfarrer Sascha Hermann seinen Dienst in Kabul antritt, kommt es zu einem weiteren tödlichen Anschlag auf die deutschen ISAF-Soldaten: Als ein deutsches Militärfahrzeug am 14. November 2005 von einem afghanischen Taxi gerammt wird, zünden die Taliban eine Bombe. Ein deutscher Offizier stirbt bei dem Anschlag, zwei weitere Bundeswehrsoldaten werden schwer verletzt. - Fast 20 Bundeswehrsoldaten sind inzwischen in Afghanistan ums Leben gekommen. Kein Wunder, dass die Dienste von Militärseelsorger Sascha Hermann am Hindukusch gefragt sind. Zusammen mit zwei katholischen Kollegen verrichtet der Deutsche seinen friedvollen Militärdienst. Eine Waffe trägt er dabei nicht, er muss sich ganz auf die Arbeit der Soldaten verlassen. Und die wissen: Hundertprozentige Sicherheit kann in den beiden deutschen Camps in Kabul und Kundus niemand garantieren.

Um trotz der ständigen Gefahr für Leib und Leben den Dienst zu verrichten, werden die Soldaten von den Seelsorgern in ihrem militärischen Alltag unterstützt. Den teilen sich die drei Kirchenvertreter in den vier Monaten, die sie in Afghanistan mit den Soldaten verbringen. Oft genug kommt es so zu Gesprächen, in denen Sascha Hermann und seine Kollegen Fragen beantworten müssen, die die Soldaten plagen. Was rät ein Pfarrer im Auslandseinsatz, wenn einem Soldaten plötzlich Zweifel am Sinn der eigenen Mission kommen? Wie spricht er Mut zu, wenn die Angst ihm selbst zusetzt? Und was kann ein Seelsorger raten, wenn es um den Gebrauch der Schusswaffe geht…?

Der evangelische Militärseelsorger Sascha Herrmann bei einer Messe. (Foto: HR/Galina Breitkreuz)Der evangelische Militärseelsorger Sascha Herrmann bei einer Messe. (Foto: HR/Galina Breitkreuz)



In ihrem Dokumentarfilm „Die Angst im Visier“ porträtiert die Filmemacherin Galina Breitkreuz drei deutsche Militärseelsorger während ihres freiwilligen Einsatzes am Hindukusch.
Dabei dokumentiert der Film vor allem den Zwiespalt, in den die Theologen immer wieder geraten, etwa wenn ein Soldat den Sinn seiner Mission anzweifelt. Doch als Geistliche sind sie nicht der Armee unterstellt. Auch im Auslandseinsatz unterliegt ein Pfarrer der Schweigepflicht und ist keinem Militärangehörigen Rechenschaft schuldig.

„Die Angst im Visier” 07.05., 17.30 Uhr; ARD

[Jörg]

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www.ard.de

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