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Sarah McLachlan über Tochter und Tour

"Schlimme Zahnphase"

published: 02.11.2004

Sarah McLachlan über Tochter und Tour (Foto: Public Address) Sarah McLachlan über Tochter und Tour (Foto: Public Address)

Als sie im Herbst 1999, passend zur Veröffentlichung des Live-Albums „Mirror Ball“, ihren Abschied vom Musikgeschäft erklärte, interpretierten das Fans und Kritiker als Laune einer mit Platinauszeichnungen überschütteten Sängerin und Songschreiberin. Doch Sarah McLachlan hielt Wort: Die Initiatorin des legendären Frauen-Festivals „Lilith Fair“ zog sich zurück, gründete eine Familie und genoss ihre neue Aufgabe als junge Mutter. „Es war einfach Zeit für mich, ein Kind zu bekommen. Mit Mitte 30 musst du dich entscheiden.“

Und was war mit der Karriere? Die dankt es einem nicht zwangsläufig, wenn man auf dem Höhepunkt des Ruhms das Mikro aus der Hand legt und gegen Babyfläschchen eintauscht... „Ich war mir damals nicht wirklich sicher, ob das alles so richtig war - doch mein Instinkt drängte mich in eine neue Richtung. Ich bin sowieso eher der Typ Frau, der mit Jeans und T-Shirt im Garten rumwerkelt als für Coverstories zu posieren. Und eine Zeitlang dachte ich, dass das alles sei, was mir bleiben würde, denn die ungewohnte Mutterrolle hat meine Kreativität anfangs nicht gerade beflügelt. Meistens hat sie mich eher davon abgehalten, Musik zu machen. Während der Schwangerschaft war ich stark mit den Veränderungen meines Körpers und den verrückt spielenden Hormonen beschäftigt. Auch jetzt steht meine Tochter, India, an erster Stelle. Momentan machen wir die schlimme Zahnphase durch - da denkt man an vieles, nur nicht an die perfekte Hookline.“

Auch wenn sie selber nur ungern über ihre Rolle als musikalische Ausnahmeerscheinung spricht und ihren Erfolg schlicht mit „den Melodien, die einem ständig durch den Kopf schwirren und einfach nicht mehr loslassen, bis man sie aufgeschrieben hat“, erklärt: Sarah McLachlans aktuelles Werk „Afterglow“ ist ein Album das nachhaltig beeindruckt. Stimmlich in einer Liga mit der Sirenen-haften Heather Nova und Folk-Ikone Joan Baez, textlich poetisch wie Ex-Country und Neu-Pop-Star Jewel, gehört Sarah McLachlan auch nach fünf Jahren Pause zu den herausragenden weiblichen Künstlerinnen unserer Zeit. Besonders beeindruckend sind ihre sphärischen Melodien („World On Fire“, „Stupid“) die den vielseitigen Themen des Albums, egal ob politisch („Time“) oder persönlich („Push“), bedeutsame Tiefe verleihen ohne je romantisierend zu wirken.

[Sonja Ritter]

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