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Super 700 - "Super 700"

published: 12.06.2006

Super 700 – „Super 700“  (Foto: Motor/edel) Super 700 – „Super 700“ (Foto: Motor/edel)

Das Debütalbum „Super 700“ der gleichnamigen Band lässt die Musikwelt rätseln. Cardigans oder Radiohead? Trip Hop oder Jazz? Indiepop oder Rock? Jeder Versuch die Töne der Newcomer in eine Schublade zu quetschen, scheint aussichtslos. „Unsere Musik ist die, die wir stets hören wollten, die es aber nicht gab. Also mussten wir sie selber machen“, heißt es von Seiten der Band. Alles klar?!

Lead-Sängerin Ibadet Ramadani verbrachte ihre Kindheit mit ihren beiden Schwestern – die jetzt im Background singen - im Kosovo und bevor sie nach Deutschland kam. In Berlin lernte sie dann Michael Haves kennen, mit dem sie die Band gründete und nun die Songs schreibt. Auch der Rest der Gruppe fand sich schnell. 2005 veröffentlichten die sieben Kreativköpfe ein selbst produziertes Minialbum namens „When Hare And Fox Had Fun“.



Und wenn es in der Tierwelt schon einmal so lustig zugeht, dann fehlt nur noch ein wohlgesonnener Produzent, der sich in die amüsante Runde einreiht. Dieser war mit Gordon Raphael gefunden, der auch schon die Strokes unterstützte. Raphael zieht für die Zusammenarbeit kurzerhand nach Berlin, es entsteht das erste Album von Super 700.

Und in der Tat, wer dieses Album mit ein zwei spärlichen Kommentaren abspeisen will, wird ernsthaft in die Bredouille geraten. Mit wasserklarer Stimme streift Ibadet sanft über die Ohrmuschel, Bilder von windbewegten Weizenfeldern mischen sich mit Regentropfen, die an Fenstern abperlen. Schleichend und heimlich nähert sie sich in „Recent Changes“ dem Hörer, hinterlässt im Flüsterton das Gefühl, Zeuge einer nächtlichen Pirsch geworden zu sein. Mit „I Love The Rain“ ist Super 700 eine wunderbar sphärische Nummer gelungen, die leicht plätschernd an einen warmen Frühlingsnieseltag erinnert. Doch auch alarmierende Synthie-Klänge aus „Dangerous“ beunruhigen nicht, sondern nehmen mit auf einen Streifzug durch die Welt der elektronischen Möglichkeiten. Melancholisch anmutend, aber nie an Leichtigkeit verlierend, findet die Scheibe mit „Self Control“ oder „Susan“ direkt ins Herz - sie nicht zu mögen, ist nur schwer vorstellbar. Eine vielleicht adäquate Bezeichnung dieses neuen Genres nennt Produzent Raphael „Future Music“.
Doch nicht nur klangtechnisch umgibt die Truppe etwas schwer Erklärbares. Ganz ihrer Aura folgend, veröffentlichten die Querbeetmusiker natürlich auch keine handelsübliche Biographie. Dort, wo auf der Homepage sonst wichtige Eckdaten zu finden sind, erstaunt eine äußerst kunterbunte Kurzgeschichte des Drummers Simon. Mit kraftvollen Assoziationen belebt sie die Vorstellungskraft des Lesers. „So sollte unsere Musik eben auch funktionieren: Bilder erzeugen und damit erzählen, so bleibt die Sache offen und frei für Fantasien“, heißt es.

Wenigstens für den geheimnisvollen Namen der Band liefert Ibadet eine einleuchtende Auflösung: „Wir hatten mit einem Pianisten gespielt, als die Band noch nicht sieben Mitglieder hatte, der hat ein Stück geschrieben, das hieß Super 100 und wir schielten auf eine Drum-Maschine, die wir gerne haben wollten, die hieß SU 700.“

[Franzisca]

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Links

www.super700.de

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