Kommen mit "What Are You Waiting For" nach Deutschland - Krezip.  (Foto: Rough Trade)Auf ihrem neuen Album „Fake Chemical State“ stimmt Skin wieder gewohnt laute Töne an (Foto: Public Address)Die Stimmen der drei Fragezeichen (Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Wawrczeck#mediaviewer/File:Die_drei_Fragezeichen_2011.JPG" target="_blank">von links nach rechts: Jens Wawrczeck, Oliver Rohrbeck und Andreas Fröhlich im Oktober 2011</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Maximilian_Sch%C3%B6nherr" target="_blank">Maximilian Schönherr</a> lizensiert durch <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0" target="_blank">CC BY 3.0</a>)Skin (Foto: Public Address)P!nk - "I′m Not Dead" (Foto: Sony BMG)P!nk - "I′m Not Dead" (Foto: Sony BMG)Günther Jauch bringt in seiner neuen Live-Show das Erste-Hilfe-Wissen der Fernsehzuschauer und seiner prominenten Gäste wieder auf Vordermann (Foto: Public Address)

CD-Tipp

Ben Harper - "Both Sides Of The Gun"

published: 25.04.2006

Ben Harper - "Both Sides Of The Gun" (Foto: EMI) Ben Harper - "Both Sides Of The Gun" (Foto: EMI)

„Man kann nicht mit und auch nicht ohne einander“ ist eine weit verbreitet Weisheit, die meist im Zusammenhang zwischenmenschlicher Beziehungen verwendet wird. Mit diesem Spruch lassen sich auch Ben Harpers neue Songs beschreiben. Sie können nicht nebeneinander auf einer Platte existieren, da sie sich gegenseitig der Intimität und der Intensität berauben würden. Sie können aber auch nicht ohne einander bestehen, da sie sich gegenseitig benötigen, um das Album ehrlich und komplett zu machen.

Kann man diese Unvereinbarkeit nicht auch nutzen? Im Fall der zwischenmenschlichen Beziehung wohl am besten durch vorläufig räumliche Trennung und die Offenheit gegenüber der Verschiedenartigkeit. Dann ist sie vielleicht sogar zur gegenseitigen Ergänzung nutzbar. Ben Harper löst das Problem der Beziehung seiner unterschiedlichen Songs zueinander ähnlich. Das Ergebnis seiner "räumlichen Trennung" ist „Both Sides Of The Guns“, ein Album mit einer A- und einer B-Seite in Form einer weißen und einer schwarzen CD.

Dies ist weniger ein Doppelalbum sondern eher eine doppelseitige Vinyl-Platte. Die muss man nämlich umdrehen, genau so wie man Ben Harper beim wechseln beider CDs einmal völlig umdreht. Welche CD dabei die erste ist, bleibt der Freiheit des momentanen Gefühls überlassen. Weiß steht für die gefühlvolle, zurückgelehnte und melancholische und schwarz für die stärker rhythmisch- und grooveorientierte Bewegung seiner Musik.

Ben Harper gilt als einer der vielfältigsten, unangepassten Künstler überhaupt und er entzieht sich jeglicher klaren Genrezuordnung. Die Entscheidung die vielen gleich starken Stücke voneinander abzusetzen, war hörbar die richtige.

„Morning Yearning“ eröffnet, unterlegt von Streichern und gezupften Gitarrenklängen, die Welt, in der es die ewige Liebe noch zu geben scheint. Durch den akustik Charakter der Platte wird man zur phantasievollen Träumerei verführt, in der der Herzschmerz in der Stimme Ben Harpers Ausdruck findet. Tiefe, oftmals unentdeckte Gefühle und Ängste werden bei „Picture In A Frame“ oder „Never Leave Lonely Alone“ weiter ins Bewusstsein gerückt als es der Alltag oftmals zulässt. Diese Musik ist keine Alltagsmusik, sondern eine, für die man sich Zeit nehmen sollte. Nach neun Stücken ist man so sehr von Melancholie erfüllt, dass es an der Zeit ist, Ben Harper auf die schwarze Seite zu drehen.

Schon bei „Better Way“ ist man glücklich darüber, sich für den Stimmungswechsel entschieden zu haben. Indisch-orientalische Klänge beschlagnahmen das Gehör und präsentieren einen musikalischen Querschnitt über die Landkarte. Afrikanische Trommeln, Flöten und Percussion treiben jegliche Form von Melancholie aus dem Körper. Mit „Both sides Of The Gun“ fließt in das Album Funk, mit „Gather 'Round The Storm“ Blues, mit „The Way You Found Me“ Jazz und mit „Black Rain“ ein klar politisches Statement in das Album mit ein. „You don't fight for us but expect us to die for you“lautet die Anklage auf diesem Track, der an die Bush-Regierung gerichtet ist und an dem Tag, nachdem der Hurricane Katrina über New Orleans wütete, geschrieben wurde.

Der Freigeist deckt mit seinem schwarz weißen Album sowohl jedes Genre, als auch jedes Gefühl auf eine großartige Art und Weise ab und transportiert dem Hörer mit derTrennung dieses Werks, dass auch zwei der unterschiedlichsten Richtungen, einander bedingen können.


[Alexandra Lauck]

Amazon

Links

www.benharpermusic.de

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung