CD-Tipp

Johnny Cash - "American V..."

published: 04.07.2006

Johnny Cash - "American V: A Hundred Highways"  (Foto: Universal) Johnny Cash - "American V: A Hundred Highways" (Foto: Universal)

Sein letzter Song ist ein Blues. Mit keinem passenderen Ende könnte das musikalische Leben von Johnny Cash ausklingen. Mit fester Stimme, wie selten auf seinem letzen Album “American V: A Hundred Highways“, singt der große amerikanische Musiker im Stil des Delta-Blues in “Like The 309”. Dabei groovt die Komposition, die einmal mehr durch die magischen Produzenten-Händen von Soundhexer Rick Rubin entstanden ist, wie zu Cashs besten Zeiten im Knast von Folsom und St. Quentin.



Doch auch die schmerzende Seite des Blues, die so gut zum bewegten Leben von Johnny Cash passt, scheint an jeder Stelle des Songs durch. Ansonsten bleibt Rubin, der Cash mit der „American Recordings“-Serie zu einem großartigen Comeback verhalf, seinem Konzept treu und lässt fleißig covern. Die Höhepunkte sind dabei zweifelsohne der Gordon-Lightfoot-Hit “If You Could Read My Mind” und die Springsteen-Nummer “Further On Up The Road”. Vielleicht übertreibt es Rubin dabei mit dem Geschmachte gelegentlich, doch manifestieren wird die Aufnahme Cashs Ruf als einem der größten - und damit zwingend auch authentischsten - Storyteller unserer Zeit auf jeden Fall.

Aus den Massen an geplündertem Material aus den Cash-Archiven, die post mortem erschienen sind, ragt “American V“ sicher heraus - das beste Album aus der Rubin-Serie, wie der Produzent selbst behauptet, ist es aber nicht. Denn Cash konnte sich an den Aufnahmen nur mit seiner Stimme beteiligen, der Rest wurde von Studiomusikern nach seinem Tod am 12. September 2003 aufgenommen.

Meist sehr brüchig, erdig wie immer und manchmal geradezu morbide klingt Cashs Drama des einfachen Lebens und der kleinen Leute. Dazu instrumentiert Rubin die Songs oft minimal, greift aber manchmal, wie in „God`s Gonna Cut You Down“, auf simplen, getretenen Rhythmus im Gospel-Stil zurück. Die karge Intensität von früheren Cash/Rubin-Produktionen, wie etwa in „Hurt“, einem der besten Songs der Serie, erreicht „A Hundred Highways“ nicht. Trotzdem lassen sich die Zeilen von “Like The 309” in die Rubrik “Famous Last Words” einordnen. In seinem letzten Song singt der Meister: „It Should Be A While Before I See Dr. Death.” Ein Irrtum, wie sich wenige Woche später herausstellte.

[Jörg]

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