Kira im Interview

„Sei ein Goldfisch in meinem Glas!"

published: 02.08.2006

Wird optisch oft mit Nena verglichen – Kira (Foto: Public Address) Wird optisch oft mit Nena verglichen – Kira (Foto: Public Address)

Die 27-jährige Sängerin Kira hatte nicht nur Glück. Zielstrebig verfolgte die eigenwillige junge Frau ihren Traum, eines Tages Musik zu machen. Nach der zwölften Klasse schmiss sie die Schule, um deutschsprachigen Pop zu schreiben. Sie verließ ihre Heimatstadt Wuppertal und zog nach Hamburg, weil sie dort ihre künstlerischen Chancen höher einstufte. Schließlich wurde der brünette Strubbelkopf von Herbert Grönemeyer entdeckt. Nun veröffentlicht Kira nach ihrem Debüt "Inauswendig" schon ihr zweites Album "Goldfisch" bei Grönemeyers Plattenlabel "Grönland".

· Mir wurde gesagt, dass Du öfter mal auf Deine Ähnlichkeit mit Nena angesprochen wirst. Schmeichelt Dir der Vergleich?
Kira: "Naja, das Aussehen ist das Eine, da kann ja niemand etwas für. Den Vergleich mit Nena gab es rein optisch sowohl als ich lange Haare hatte und Locken als auch mit blonden Stoppelhaaren. Ich glaube, wenn ich nicht Deutsch singen würde, würde das auch niemand denken, der mich auf der Straße träfe. Wenn ich zum Beispiel in einer Bäckerei arbeiten würde, würde niemand sagen, dass ich wie Nena aussehe. Ich glaube, dass man als Sängerin schnell in diese Ecke rutscht, wenn man Deutsch singt. Vielleicht liegt es daran, dass wir aus derselben Richtung kommen, ich kann mir das nicht anders erklären."

· Magst Du Nenas Musik?
"Ich habe nie viel damit zu tun gehabt. Mein älterer Bruder hat das zu Neue-Deutsche-Welle-Zeiten gehört, da war ich aber noch zu klein. Nee, viel Kontakt hatte ich zu der Musik nie."

· Du sagst, dass Wichtigste beim Songschreiben sei, etwas sagen zu wollen. Hast Du das Gefühl, dass diese Tugend heute etwas verloren gegangen ist?
"Ja. Etwas zu sagen ist der Hauptgrund, warum man überhaupt Kunst macht. Nur aus artistischen Gründen Musik zu machen, um zu zeigen, wie viele Oktaven man singen kann oder was im Studio alles geht, finde ich extrem traurig. Auch diese ganze Casting-Geschichte, die ja an sich nicht schlecht ist. Das Problem ist nur, dass das Künstlerische vorrangig ist und die Aussage komplett in den Hintergrund tritt. Es geht da nur um die Performance und das finde ich ganz schrecklich, wenn dahinter einfach nicht mehr ist."

· Das heißt, wenn Du nicht diesen Hang zur Musik hättest, würdest Du Dir ein anderes künstlerisches Medium suchen, mit dem Du etwas äußern könntest?
"Ja, ich glaube, dass ich immer kreativ wäre. Wenn ich nicht das Glück hätte, das in meinem Job zu haben, hätte ich mir ganz sicher ein Ventil gesucht."

· Deine aktuelle Single "Wenn Du nicht den Himmel aufmachst" handelt vom Tod und von dem, was danach kommt. Wie kommst Du zu dem Text?
"Es ist so, dass der Song nicht nur vom Tod erzählt, sondern auch vom Leben. Es geht darum, dass man in eine Situation kommt, über die man keine Kontrolle mehr hat. Das sind wir alle nicht mehr so richtig gewöhnt. Ich kann das auch nicht gut aushalten. Ich möchte immer die Dinge in die Hand nehmen und steuern. Und ´Himmel` erzählt davon, dass es Situationen gibt, in denen etwas mit dir passiert und du nicht weißt, wie es weitergeht. Es erzählt auch davon, dass das dann kein Drama ist und danach schon etwas kommen wird. Es geht auch um Zuversicht. Das Bild, das ich benutze, erzählt, dass es nicht mit dem Tod endet. In dem Song wird gefordert, dass es weitergeht: ´Mach mir die Tür auf`. Eigentlich ist es ein sehr lebendiger Song."

· Glaubst Du, dass nach dem Tod etwas kommt?
"Ich habe so meine Zweifel. Ich finde das als Lebensgefühl richtig, ständig etwas zu fordern und in Bewegung zu bleiben. Ständig hinter die Kulissen zu gucken und zu denken, dass danach noch irgendetwas für einen kommen muss, dass irgendetwas für einen drin sein muss, man aus allem etwas rausholen will. Ich denke aber zurzeit, dass wir, wenn wir eines Tages sterben, einfach ausgeknippst werden."

· Hast Du Angst vor dem Sterben?
"Ja, ich glaube schon. Den Gedanken, plötzlich einfach überhaupt nicht mehr da zu sein, finde ich schon ziemlich schlimm, weil ich gerne da bin."

· Wenn Du morgen sterben würdest, was würdest Du dann heute noch machen?
"Ich würde es nicht wissen wollen, zunächst einmal. Ich bin nicht in der Lage, mich mit diesen Dingen zu befassen. Ich würde von meinem Tod lieber überrascht werden. Vielleicht, wenn man sich sein Leben lang damit befasst hat oder irgendwie gereift ist. Da fällt mir ein, Rudi Carrell ist ja gerade gestorben. Der wusste ja genau, dass er stirbt und ist damit so gelassen und offensiv umgegangen, das hat mich extrem beeindruckt."

· Hast Du große Ziele
"Mein erstes großes Lebensziel war, Musik zu machen. Da stecke ich mitten drin, das ist noch längst nicht am Ende angekommen. Ich habe bis jetzt noch kein nächstes Ziel entwickelt."

· Du hast einmal gesagt, dass Du gerne einmal mit Rammstein zusammen arbeiten würdest. Warum?

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Amazon

Links

www.kira-online.de

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung